FeedTschi-fu oder Chefoo
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Tschi-fu oder Chefoo, Name der europ. Handelsniederlassung in der von den Chinesen Ten-Tai genannten Stadt. Letztere, eine der durch den Traktat von Tien-tsin dem Welthandel geöffneten chines. Häfen (Treaty-Ports), liegt in der Provinz Schan-tung, am Eingange in den Golf von Pe-tschy-li, unter 37 35 56“ nördl. Br. und 121² 22 33“ östl. L. (von Greenwich). Durch die Inselgruppe Kungtung geschützt, bietet dieser für den Verkehr besonders günstig gelegene Hafenplatz noch den Vorteil, daß er im Winter offen bleibt, während alle übrigen Häfen an der Bai pon Petschy-li zufrieren. Die europ. Niederlassung (Konzession) ist gewissermaßen eine Kolonie von Schanghai mit etwa 120 Europäern und Nordamerikanern. Die chines. Stadt, auf dem sandigen Ufer erbaut, hat schmutzige Straßen und etwa 32000 E.; auf dem Gipfel eines Hügels liegen ein chines. Fort und eine Signalstation. Das Klima wird als das gesfundeste aller Vertragshäfen geschildert, weshalb E. auch gewissermaßen als Gesundheitstation für die in China ansässigen Europäer gilt. Als Markt für fremdländische Waren, namentlich für engl. Baumwollerzeugnisse, deren Einfuhr stets zunimmt, ist T. von großer, stets zunehmender Bedeutung. Hauptartikel der Einfuhr sind außer Baumwollmanufaktur hauptsächlich auch Wollstoffe, Opium, Eisen, Blei, Steinkohlen, Fensterglas, Nähnadeln u. s. w. Hauptartikel der Ausfuhr sind Erbsen, Bohnen, Bohnenkuchen, Vermicelli u. s. w. nach andern chines. Häfen, Siam und Japan; Strohgeflechte nach Nordamerika, Seidengewebe nach Europa und Nordamerika. Die Schiffahrt nach T. ist im Zunehmen. Der Wert der Einfuhr wurde 1884 auf 860000, der der Ausfuhr auf 174000 Taêls (zu 6 Mark 47 Pf.) angegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 883Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 11

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Handwerk & Gewerbe 6