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GeschichteBrockhaus 1882

Tullus Hostilins heißt nach der Tradition der dritte röm. König, der 32 Jahre (672 -640 v. Chr.) regiert haben soll, des friedlichen Numa kriegerischer Nachfolger. Unter den vielen Kämpfen, die er bestand, war besonders denkwürdig der mit dem benachbarten Albalonga, in dem der Zweikampf der Horatier und Curiatier für Rom entschied, sodaß Alba nun abhängig wurde. Bald nachher, als der König gegen die Fidenaten und Vejenter stritt, versuchten die Albaner verräterischen Abfall. Nach dem Siege traf sie die Strafe. Ihren Diktator Mettius Fufetius, der sie aufgereizt, ließ der König durch Pferde zerreißen; ihre Stadt, die fast ünf Jahrhunderte bestanden, zerstörte er und sieelte die Einwohner auf dem Mons Cälius in Rom an. Die edeln Geschlechter unter ihnen, zu denen die Julier, Servilier, Quinctier und andere geörten, wurden unter die Patricier aufgenommen. Für den Senat baute T. angeblich die nach ihm benannte Hostilische Kurie, die 80 v. Chr. von Sulla und nochmals 52 v. Chr. von seinem Sohne Faustus erneut, bis 44 v. Chr. bestand, worauf an ihrer Stelle von Cäsar ein Tempel der Felicitas und daneben die neue erst von August vollendete Curia Julia erbaut wurde. Des T. Ende war unglücklich. Vernachlässigung der Opfer und heiligen Gebräuche soll den Zorn der Götter, die eine schwere Pest schickten, hervorgerufen haben. Durch geheimnisvollen Dienst wollte der König dem Jupiter Clicius Zeichen abzwingen, die ihm die Mittel der Sühne andeuten sollten. Da traf ihn der Blitz des Gottes, der ihn und sein Haus verbrannte. Ancus Marcius war sein Nachfolger.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 899Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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