FeedTyr ist der altnordische Name eines Gottes
HimmelskundeBrockhaus 1882

Tyr ist der altnordische Name eines Gottes, der althochdeutsch 3 iu oder Zio, angelsächs. Tiv hieß, der letzte Ausläufer des indogerman. Himmelsgottes, denn sprachlich deckt sich der Name mit grch. %es, lat. Jupiter. Als die Germanen sich des heutigen Deutschland bemächtigten, war seine Verehrung noch eine allgemeine; später schwand sie und er hielt sich nur noch als Stammesgott der Oberdeutschen, aber auch hier wie bei den übrigen german. Völkern mehr Kriegsgott. Daher bezeichnen ihn lat. Schriftsteller des Mittelalters mit Mars oder Ares. In nordischen Quellen ist er als Kriegsgott Sohn des Odin. Er war hier einhändig, denn bei der Fesselung des Fenrirwolfs, des Ungetüms, dessen Geschlecht die Gestirne fressen wird, hatte er eine Hand verloren. Beim Göttergeschick findet er den Tod im Kampfe mit dem Höllenunde. Geweiht war dem T. der dritte Tag der Woche, der nach dem dies Martis im Norden. Tyrsdagr, angelsächs. Tivesdäg, althochdeutsch. Biestac hieß. In Mitteldeutschland ist aus Diestag. durch volksetymologische Anlehnung an Dingstag unser Dienstag geworden. Ob der bayr. Kriegsgott Er, der sächs. Sarnot bieselbe Gottheit ist, ist! fraglich, wenn auch ihnen dieselben Eigenschaften wie dem T. zugeschrieben werden und dieselbe Rune (Dsowohl T. als auch Er bezeichnet. Die älteste Auffassung als Gottheit schlechthin hat sich im zweiger heißt eine aus 71 Gattungen und genen 330 geradem Schnabel v ügem Körper mit starkem. gebogener Spitze und mit Bederborsten an der Basis: die Beine sind kräftig mit ziemlich kurzen Zehen, die Flügel ziemlich lang und piz zulaufend. ie Färbung der T. ist matt, oben herrscht Grau, unten Weiß und Gelb vor. Ihre Nester und Eier sind denen unserer Würger ähnlich, auch nähren die Vögel sich wie diese von Insekten und gelegentlich von kleinen Wirbeltieren. Tyrannis. Mit dem Namen Tyrannos bezeichneten die Griechen im Gegensatz zu ihren alten Königen jeden Herrscher, der in einem vorher republikanisch regierten Staate gegen die bestehende Ordnung sich der höchsten Gewalt bemächtigte, sodaß damit anfänglich mehr der Gedanke an die Usurpation, als an eine willkürliche oder grausame Art der Verwaltung verbunden war. Im 7. und 6. Jahrh, v. Chr., wo zuerst in Griechenland die Tyrannenherrschaften aufkamen und blühten, bemächtigten sich die meisten Tyrannen der Gewaltherrschaft (Tyranniso) als Führer der Bürger⸗ und Bauergemeinden (Demos), die mit der Art und Weise, mit der die im Besite der Regierung befindlichen Adelsfamilien ihre Gewalt handhabten und vielfach mißbrauchten, allmählich sich nicht mehr zufrieden geben wollten. Doch bildeten sich nur selten neue Dynastien von längerer Dauer. Da aber die usurpierte Herrschaft an sich schon nicht bloß dem der Regierungsgewalt beraubten Adel, sondern allmählich auch dem Volke als lästig und drückend erschien und dann nur durch fortgesehte Gewaltthätigleit behauptet werden konnte, so erhielt jener Name schon frühzeitig zugleich eine gehässige Nebenbedeutung, und man begriff unter Tyrann, wie noch ietzt geschieht, einen Gewaltherrscher, unter T. oder Tyrannei eine harte Willkürherrschaft. Und diese Bedeutung ist um so mehr die herrschende geworden, als seit Ausgang des 5. Jahrh. v. Chr. eine neue Art blutiger Gewaltherrschaften aufkam, welche den heute mit dem Worte verbundenen Vorstellungen weit mehr entsprach. Die Dreißig Tyrannen nennt man die Oligarchen, welche in Athen nach dem Ende des Peloponnesischen Kriegs 401 v. Chr.) unter Lysanders Einsluß zum Entwurf einer neuen Verfassung eingesetzt, aber nach achtmonatlicher Gewaltherrschaft, während welcher sich besonders Kritias durch Grausamkeit hervorthat, durch Thrasybulos (f. d.) gestürzt wurden. In der spatern röm. Kaisergeschichte werden die Statthalter, die sich bei der Verwirrung des Reichs unter Gallienus in den verschiedenen Provinzen 258—268 n. Chr. zu Gegenkaisern aufwarfen, aber bald wieder beseitigt wurden, ebenfalls die Dreißig Tyrannen genannt; überhaupt nennen die Schriftsteller der spätern Kaiserzeit jeden glücklichen, aber illegitimen Anmaßer einen Tyrannus v5. Vgl. Plaß, »Die T. bei den Griechen (2. Aufl., 2 Tle., Lpz. 1859). Tyrannius, Kirchenschriftsteller, s. Rufinus. Tyras, im Altertum Name des Dnjeslr. Tyras, miles. Kolonie auf der Stelle des jetzigen Aljerman (s. d.). Tyrconnel, Grafen von, s. u. O' Donnell. yree, s. Tiree.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 936Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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