FeedUminski (Jan Nepomucen)
GeschichteBrockhaus 1882

Uminski (Jan Nepomucen), poln. General, geb. 1780 im Grosherzogtum Posen, diente 1794 als Freiwilliger unter Kosciuszko und lebte dann als Privatmann, bis Napoleon 1806 die Polen zum Kampfe aufrief. U. bildete eine poln. Ehrengarde für Napoleon, focht bei Danzig und wurde bei Dirschau verwundet und gefangen. Nach dem Frieden von 1807 trat er als Major bei einem franz. Kavallerieregiment ein, bald aber in die neuerrichtete poln. Armee, in welcher er die Feldzüge von 1812 und 1813 mitmachte. In der Schlacht bei Leipzig wurde er verwundet und gefangen. Nach der Nuflösung des poln. Nationalheeres trat er in poln.⸗ russ. Dienste, nahm aber bald seine Entlassung und lebte auf seinen Gütern im Posenschen. Im J.1821 stiftete er mit Lukasinski die geheime Verbindung der Sensenträger (Kossiniery), welche sich bald über Polen verbreitete. Deshalb festgenommen, wurde er im Febr. 1826 nach der preuß. Festung Thorn gebracht und zu sechsjähriger Festungsstrafe in Glogau verurteilt. Er entfloh 17. Febr. 1831 aus der Festung und gelangte, von allem entblößt, nach Warschau. Unerwartet erschien er sodann im poln. Heere während des Treffens zu Wavre und nahm als gemeiner Soldat sogleich am Kampfe teil. Er wurde als Divisionsgeneral angestellt und zeichnete sich bei Grochow und in mehrern Gefechten rühmlich aus. Nach dem Falle Polens geächtet und zu Posen als Deserteur im Bilde gehängt, lebte er erst in Frankreich, dann zu Wiesbaden und starb daselbst im Juni 1851. Er gab außer mehrern poln. Schriften über die Revolution eine deutsche «Beleuchtung des Werks von Friedr. von Smitte9(Brüss. 1840) und ein Récit des événements militaires de la bataille d'Ostrolenkas (Par. 1832) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 14Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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