Libelt (Karl), poln. philos. Schriftsteller und Politiker, geb. 8. April 1807 in Posen, studierte zu Berlin Philosophie und Mathematik, trat 1830 in Warschau in die Nationalarmee, erlitt deswegen eine neunmonatliche Festungshaft in Magdeburg und widmete sich dann der Landwirtschaft. Seit 1840 war er in Posen Mitarbeiter poln. Zeitschriften, und übernahm hierauf die Redaction des Roky. Im J. 1846 wurde er, im Begriff als Repräsentant der Provinz Posen zur revolutionären Nationalregierung in Krakau abzureisen, verhaftet und wegen Hochverrats zu 20jähriger Festungshaft verurteilt; durch die Märzrevolution von 1848 erlangte er die Freiheit wieder. L. war dann Mitglied des Nationalkomitee in Posen, Abgeordneter der preuß. Zweiten Kammer und kurze Zeit Mitglied der Deutschen Nationalversammlung. Später lebte er wieder in Posen. Von L. erschienen: Wyklad matematyki dla szköl 2 Bde., Pos. 184), Filozofia i krytykav (5 Bde., Pos. 1845 — 50), Dziewica Orleanskas (4 Die Jungfrau von Orleansy, Pos. 1847), Estetykas 3 Bde., Pos. 1851) und Umnictwos (ein System der Ethik, 2 Bde., Petersb. 1857). Im JI. 1859 ward er wieder als Vertreter des Gnesener Kreises Mitglied des Hauses der Abgeordneten und Führer der poln. Fraktion. Seine kleinern Schriften erschienen gesammelt (6 Bde., Pos. 1849 —. 5¹), seine sämtlichen philos. Werke unter dem Titel (Daielap (6 Bde., Pos. 1875). L. starb auf dem Gute Bredowo bei Gollantsch 9. Juni