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NaturlehreBrockhaus 1882

Uran (chem. Zeichen Ur; Atomgewicht = 240), ein Metall, welches 1789 von Klaproth entdeckt, aber erst 1847 von Peligot in Paris genauer untersucht wurde. Es findet sich in der Natur nicht gediegen, Nechblen hauptsächlich als Oxyd-Oxydul in der Pechblende (Uranpecherz), ferner, obgleich ziemlich selten, als Phosphat im Uranglimmer und als Hydrat im Uranocher. Man erhält das metallische U. aus dem Uranchlorür durch Reduktion desselben mit Natrium. Das reduzierte Metallpulver wird zusammengeschmolzen. Es gleicht dem Eisen, hat ein spezifisches Gewicht von 18,33, läuft bei Zutritt der Luft gelb an und verbrennt beim Glühen an der Luft zu schwarzem Uranoxydul. Es löst sich leicht in verdünnten Säuren. Das reine Metall findet keine Anwendung, dagegen macht man von einigen Uranpräparaten, welche man in Joachimsthal in Böhmen fabrikmäßig darstellt, in der Technik Gebrauch, so zum Gelbfärben des Glases, zur Erzeugung des Kanarienglases, welches im durchgehenden Lichte gelblich, im auffallenden Lichte grün erscheint. Man benutzt ferner die Oxyde des U. bei der Porzellan⸗ und Emailmalerei und das salpetersaure Uranoxydul unter dem Namen Wothlisches Salz in der Photographie. Eine Uranlösung dient auch in der analytischen Chemie zum Titrieren der Phosphorsäure.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 60Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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