Uranpecherz, das verbreitetste der die Darstellung des Urans bedingenden Mineralien; es bildet meistens derbe und eingesprengte, auch nierenförmige Massen, fettglänzend und flachmuschelig brechend, von pechschwarzer, grünlich-und graulichschwarzer Farbe und völliger Undurchsichtigkeit; an einigen Orten finden sich auch stalle, Oktaéder mit den Flächen des Würfels und Rhombendodekaẽders. Die Härte ist 5 bis 6, das spezifische Gewicht 8 bis 9. Nach den neuern Erfahrungen über die Konstitution der Uranverbindungen muß das Erz als ein Uranat des Uranoxyduls (UO,.) betrachtet werden, 300, + 200,. Aen ist die Substanz namentlich der derben Massen mit Blei, Eisen, Arsen, Kalk, Magnesia, Kieselsäure, Wismut u. s. w. dermaßen verunreinigt, daß der Gehalt an den Sauerstoffverbindungen des Urans hier nur selten 80 Proz. zu erreichen scheint. Vor dem Lötrohr ist das U. unschmelzbar, von Salpetersäure wird es in der Wärme leicht gelöst, die Solution gibt mit Ammoniak einen schwefelgelben Niederschlag, Salzsäure greift es nicht an. Das U. findet sich an den altbekannten Lokalitäten Marienberg, Annaberg, Johanngeorgenstadt, Joachimsthal, Przibram, Redruth (in Cornwall), auch mehrorts in Norwegen (Valle in Sätersdalen, Halbinsel Anneröd, Huggenageskilen bei Vandsjö); neuerdings wurde es gut krystallisiert zu Branchville in Connecticut und in Mitchell County in Nordcarolina angetroffen. Es findet in der Emailmalerei seine Anwendung und wird auch außerdem zur Darstellung des Urangelb und anderer Farben, des Uranglases u. s. w. benutzt.