Uwarow (Graf Serges Semenowitsch), russ. Staatsmann und Gelehrter, geb. 25. Aug. 1785 in Myoskau aus einer altadeligen Familie, erhielt seine wissenschaftliche Bildung zum Teil in Göttingen, war 1832 —48 russ. Unterrichtsminister und seit 1818 Präsident der Akademie der Wissenschaften in Petersburg. Im J. 1816 wurde er in den Grafenstand erhoben und starb 16. Sept. 1855 in Moskau. Sein Hauptverdienst besteht in der Hebung des höhern Unterrichtswesens in Rußland; er ründete neue Lehranstalten und wissenschaftliche Jusiitute. Infolge seiner Schrift Projet d'une acadéêmie asiatiques (1810) wurde bei der Akademie der Wissenschaften ein Asiatisches Museum und 1823 beim Auswärtigen Amt eine besondere Orientalische Schule zur Ausbildung von Dragomanen errichtet. U. schrieb ferner Essai sur les mystères de Eleysisd (1812) und einige andere Schriften über griech. Altertum und Mythologie, die gesammelt sind in Etudes de philologie et de critiquep (Petersb. 1843). Die «Esquisses politiques et littéraireso (Par. 1848) enthalten zumeist seine in der Akademie gehaltenen Reden. Sein Sohn, Graf A lexej Sergejewitsch U., geb. 1824, ist als bedeutender Altertumsforscher bekannt. Gleich nach Beendigung seiner Studien an der petersburger Universität machte er eine wissenschaftliche Reise ans Schwarze Meer und ver-Juzuoj Rossii i sévernago berega Cernago Morjap (Getersb. 1852; franz. Ausg., Par. 1855—60). Später veranstaltete er wichtige Untersuchungen über die Funde in den Kurganen (s. d.) und gründete die Archäologische Gesellschaft in Moskau, deren Abhandlungen Dreyvnostis viel wichtiges Material enthalten. Auch stiftete er den sog. Uwarowschen Preis bei der Akademie der Wissenschaften in Petersburg. Er besteht aus der Summe von 3000 Rub., die alljährlich von der Akademie für das beste Werk über russ. Geschichte und das beste Drama aus dem russ. Leben vergeben werden. U. starb zu Moskau im Febr. 1885. Ein Verwandter der obigen beiden, Fedor Petrowitsch U., russ. General, geb. 1769, gest. 1824 in Petersburg, soll an der Verschwörung teilgenommen haben, welche dem Kaiser Paul das Leben kostete. Er zeichnete sich in den Kriegen mit Frankreich (1805—14) und mit den Türken 1810aus.