Choiseul-Goufsier (Marie Gabriel Auguste Florens, Graf von), franz. Diplomat und Altertumsforscher, aus einem andern Hauptzweige des berühmten Geschlechts, geb. 27. Sept. 1752, reiste 1776 nach Griechenland und legte die Resultate seiner Reise in der Voyage pittoresque de la Grèces (1782) nieder, die mit großem Beifall aufgenommen wurde und ihm 1784 die Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften verschaffte. Später zum franz. Gesandten in Konstantinopel ernannt, betrachtete er sich auch nach dem Sturze der Bourbons als deren Vertreter und schickte seine Noten an die in Deutschland lebenden Brüder Ludwigs XVI. Die republikanische Armee am Rhein fing diese Korrespondenz auf, und der Konvent beschloß im Okt. 1792, ihn in Konstantinopel verhaften und nach Frankreich abführen zu lassen. C. entkam indes nach Rußland an den Hof Katharinas II. und wurde später von Paul I. zum Staatsrat und Direktor der Kunstakademie sowie zum kaiserl. Bibliothekar ernannt. C. kehrte 1802 wieder nach Frankreich zurück, wo er in das Nationalinstitut aufgenommen wurde und die Fortsetzung seiner »mißt, sind unter K aufzusuchen. Reisebeschreibung erscheinen ließ. Nach der Restauration ward er Pair von Frankreich und Mitglied des Kabinettsrats. In den Schriften der Akademie finden sich mehrere seiner Arbeiten. So suchte er unter anderm in einer Abhandlung die Ansichten „A. Wolfs über die Entstehung der Homerischen ücher zu widerlegen. Seine Sammlung von Altertümern war sehr bedeutend und wurde von Ludwig XVIII. angekauft und mit dem Museum im Louvre vereinigt. C. starb 20. Juni 1817 zu Aachen. Eine neue Ausgabe seiner Voyage pittoresquen be660 Müller und Hase (4 Bde., Par. 1841).