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GeschichteBrockhaus 1882

Uturguren, s. Hunnen. Utzschneider (Jos. von), ausgezeichneter Nationalökonom und bayr. Finanzmann, geb. 2. März 1763 zu Rieden am Staffelsee in Oberbayern, machte seine Studien zu München und auf der Universität zu Ingolstadt. Schon 1778 und 1779]; hatte er kurze Zeit die geheime Korrespondenz der Herzogin Maria Anna von Bayern mit Friedrich II., König von Preußen, geführt, und nach beendigten Studien wurde er 1783 zu München als Repetitor der Mathematik und Lehrer der Nationalökonomie an der herzogl. Marianischen Akademie verwendet und zugleich mit der Verwaltung des der Herzogin gehörigen Guts Schwaiganger betraut. Im J. 1784 erhielt er die Stelle eines bayr. Hofkammerrats. Seine Verdienste, die er sich in dieser Stellung erwarb, veranlaßten seine Ernennung zum Geschäftsträger und ersten bayr. Salinenadministrator im Fürstentume Berchtesgaden. Im J. 1799 wurde er bei der Generallandesdirektion als einer der sieben Direktoren angestellt, aber bald als Geh. Referendar für landständische Angelegenheiten in das Geh. Finanzdepartement versetzt. Seine Verbesserungspläne mißfielen einem großen Teile der Stände, und da auch der Staatsminister von Montgelas einer seiner zahlreichen Gegner war, so sah er sich 1801 von allen Staatsgeschäften entfernt. Hierauf errichtete U. eine Ledermanufaktur in München und 1804 mit Georg von Reichenbach und Jos. Liebherr das mechan. Institut Reichenbach, Uhschneider u. Liebherr in München, das unter der Firma T. Ertel u. Sohn noch blüht. Zunächst für die Fernrohre der astron. und geodätischen Instrumente hatte die zu Benedictbeuern angelegte Kunstglashütte das nötige Crown- und Flintglas zu liefern, und aus ihr wurde, nachdem U. sich 1809 mit Fraunhofer (s. d.) vereinigt, das optische Institut, welches nachher fast ganz Europa mit astron. Instrumenten versah. Im J. 1807 war U. wieder als General-Salinenadministrator und zugleich als Geh. Finanzreferendar in den Staatsdienst getreten. Unter seiner Leitung wurde der Bau der Saline zu Rosenheim ausgeführt. Eine andere vorzügliche Anstalt, welche unter U.s Leitung in Bayern Wurzel faßte, war das auf eine allgemeine Landesvermessung gegründete Grundsteuerkataster. Auch wurde er 1811 Vorstand der Staatsschulden-Tilgungsanstalt. Als aber nach dem Pariser Frieden von 1814 dieser Anstalt nicht die Hilfe wurde, die er dafür in Anspruch nahm, legte er alle seine Stellen im Staatsdienste nieder. Im J. 1818 wurde er erster Bürgermeister in München und bald darauf auch zum Landtagsdeputierten für München gewählt. Im J. 1821 legte er das Amt als Bürgermeister nieder, Abgeordneter aber blieb er bis zu seinem Tode. Nur noch ein Amt übernahm er, nämlich 1827 die Vorstandschaft der Tule Aurolee münchener polytechnischen Centralschule. Infolge des Durchgehens der Pferde fand U. auf der Fahrt zum Ständehause seinen Tod 31. Jan. 1840. Vgl. U.s Biographie von Bauernfeind (Münch. 1880). Lelouf 5 Landschaft im Congostaate, rechts vom Oberlauf des Congo, nordwestlich von Nyangwe. — Uvinsa heißt auch ein Gebiet auf dem linken Ufer des Malagarasi, der zum Tanganjika geht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 92Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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