FeedValentin (Gabriel Gust.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Valentin (Gabriel Gust.), ausgezeichneter Physiolog, geb. 8. Juli 1810 zu Breslau von jüd. Eltern, besuchte 1828—32 die Universität seiner Vaterstadt und ließ sich 1833als praktischer Arzt in Breslau nieder. Eine Anzahl gediegener wissenschaftlicher Arbeiten, darunter sein Handbuch der Entwickelungsgeschichtes (Berl. 1835), veranlaßten 1836 seine Berufung zu einer Professur nach Bern, wo er 24. Mai 1883 starb. Als Physiolog ist V. ein Schüler Purlinjes (s.d.), mit welchem zusammen er auch die Schrift De phaenomeno generali et fundamentali motus vibratorii continuin (Bresl. 1835) herausgab. Seit seiner Übersiedelung nach Bern veröffentlichte er De functionibus nervorum eerebralium et nervi sympathici libri quatuorh (Bern 1839) und das treffliche Lehrbuch der Physiologie des Menscheno „(2 Bde., Braunschw. 1845; 2. Aufl. 1847—50), welchem er einen „Grundriß der Physiologie des Menscheno (Braunschw. 1846; 4. Aufl. 1855) folgen ließ. Ferner erschienen von ihm scharfsinnige monographische Arbeiten:Die Einflüsseder Vaguslähmung auf die Lungen⸗ und Hautausdünstungy (Frankf. 1857), Untersuchung der Pflanzen⸗ und der Tiergewebe in polarisiertem Lichter (Lpz. 1861), „Der Gebrauch des Spektroskops zu physiol. und ärztlichen Zweckens (Lpz. 1863), „Versuch einer physiol. Pathologie der Nerven» (Opz. 1864), Versuch einer physiol. Pathologie des Blutes und der übrigen Körpersäftes (Lpz. 1866), Die physik. Untersuchung der Geweber (Lpz. 1867). Auch gab er seit 1836 das ⸗Repertorium für Anatomie und Physiologies heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 102Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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