Valens, röm. Kaiser, zu Cibalä in Pannonien eboren, wurde am 28. März 364 n. Chr. von einem fünf oder sieben Jahre ältern Bruder Valentinian I. (s. d.) zum Mitregenten für den Osten erhoben. Seinem Bruder geistig weit untergeordnet, war er in Religionssachen als eifriger Arianer intolerant gegen die Homousianer und führte, trotz vieler guter Eigenschaften und redlichen Willens, mehrfach ein drückendes Regiment. An Procopius fand er 365 einen Gegenkaiser, besiegte aber diesen 366 und ließ ihn hinrichten. Da die Westgoten den Procopius unterstützt hatten, zog V. 367 gegen dieselben über die Donau und brachte 369 ihren Herzog Athanarich dazu, daß er um an bitten mußte. Verwickelungen mit den Persern in Armenien (369) drohten zu einem Kriege zu führen, wurden aber 377 nach jahrelangen Verhandlungen friedlich beigelegt. Verhängnisvoll aber war es, daß V. die von den Hunnen bedrohten Westgoten 376 in Mösien aufnahm. Aufs äußerste gereizt durch das niederträchtige Verfahren der röm. Beamten bei der Ansiedelung, empörten sich die Goten unter Fritigern, plünderten Thrazien und Macedonien und besiegten 377, während der Kaiser in Syrien verweilte, seine Feldherren. Als 378 V. selbst gegen sie heraneilte und sich, ohne die im Anzuge befindliche Hilfe seines Neffen und Mitkaisers Gratian abzuwarten, auf eine Hauptschlacht einließ, brachten diese ihm 9. Aug. 378 bei Adrianopel eine furchtbare Niederlage bei, in der er selbst fiel.