Volkmann (Alfred Wilh.), verdienter Physiolog, geb. 1. Juli 1801 zu Leipzig, widmete sich daselbst mediz. und naturwissenschaftlichen Studien, die er nach seiner Promotion 1826 zu Paris und London fortsetzte. Im J. 1833 habilitierte er sich an der leipziger Universität, an welcher er auch 1834 außerord. Professor wurde. Im J. 1837 folgte er einem Rufe als ord. Professor der Physiologie nach Dorpat. Hier setzte V. die bereits begonnenen Untersuchungen über das Nervensystem und den Gesichtssinn fort und begann die Forschungen über die Physik der Blutbewegung, die ihn in der Folgezeit beschäftigten. Durch Regierungsmaßregeln veranlaßt, seine Stellung in Dorpat aufzugeben, kehrte V. nach Deutschland zurück und erhielt Ende 1843 eine Professur der Physiologie zu Halle, mit welcher er seit d'Altons Tode auch die Professur der Anatomie und die Aufsicht über das Meckelsche Kabinett verband. Von seinen Schriften sind zu nennen: Anatomia animalium, tabulis illustrata v (Bd. 1, Lpz. 1831-33), «Neue Beiträge zur Physiologie des Gesichtssinns » (Lpz. 1896), «Die Lehre vom leiblichen Leben » (Lpz. 1837), Die Selbständigkeit des sympathischen Nervensystems v (Lpz. 1842), mit Bildern herausgegeben; Hämodynamikv (Lpz. 1850), 4Physiol. Untersuchungen im Gebiete der Optiko (Lpz. 1863 —64). Von V.s umfangreichen Untersuchungen über die Muskelreizbarkeit sind nur Bruchstücke in Müllers «Archiv für Physiologien, in den „Monatsberichteno der Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften und in einem Programm De museulorum elasticitates (Halle 1856) erschienen. Er starb 21. April 1877 in Halle. Julius V., Bruder des vorigen, geb. 1804 zu Leipzig, studierte daselbst die Rechte und widmete sich dann der advokatorischen Praxis zu Chemnitz. Geschätzt sind sein (Lehrbuch des im Königreich Sachsen geltenden Kriminalrechts (2 Bde., Lpz. 1831) und 4System des sächs. Civil⸗ und Administrativprozesses» (2 Bde., Lpz. 1841—45). Er rief die Chemnitz-Würschnitzer Eisenbahn ins Leben, deren Verwaltung ihn der advokatorischen Praxis entzog, und starb 23. Sept. 1873. Adalbert Wilhelm V., Bruder der vorigen, geb. 1815 zu Leipzig, studierte zu Leipzig und Berlin die Rechte und widmete sich seit 1845 der advokatorischen Praxis zu Leipzig, wo er Konsulent des Vereins der Buchhändler, seit 1858 auch Archivar des Börsenvereins der deutschen Buchhändler ist. Er schrieb namentlich über Urheberrecht und Verlagsrecht in die Preßzeitung », die « Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung und die „Jahrbücher für sächs. Strafrecht, sowie einige kleinere Schriften über jurist. Zeitfragen. Besondere Erwähnung verdienen: Die Werke der Kunst in den deutschen Gesetzgebungen zum Schutze des Urheberrechts o (Münch. 1856) und «Deutsche Gesetze und Verträge zum Schutze des Urheberrechtsv(Lpz.1877).