Vediovis, oder besser Vejovis, hieß ein röm. Gott, der wohl als Unheil und Verderben, namentlich durch Gluthitze Krankheit bringender, rächender und darum durch Opfer zu versöhnender Jupiter aufzufassen ist. Er hatte seit ältester Zeit ein Heiligtum, hernach einen Tempel, zwischen den beiden Hainen im Sattel des kapitolinischen Hügels, wo nach späterer, von Griechen oder unter griech. Einfluß ersonnener Erzählung Romulus angeblich ein Asyl für flüchtige Verbrecher angelegt und so eine Anzahl kriegerischer Männer für seine Stadt Bündel haben sollte. Er wurde jugendlich, ein Bündel Pfeile in der Hand haltend, dargestellt.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei