Vedetten (vom ital. vedére, d. i. sehen) heißen die von den Feldwachen ausgestellten berittenen Wachtposten, welche eine Annäherung des Feindes zeitig entdecken und melden sollen. Ein solcher Posten wird stets durch zwei Mann besetzt, damit, wenn einer ihn mit einer Meldung verläßt, der andere weiter beobachten kann. Die V. müssen weit genug vorgeschoben sein, damit der Feind nicht gleichzeitig mit den Zurückgeworfenen an die Feldwachen gelangen kann; sie müssen nahe genug aneinander stehen, um das Durchschleichen einzelner feindlicher Späher (früher auch die Desertion) zu verhindern; einer der beiden Reiter muß mindestens zu Pferde sein, beide halten die Schußwaffe bereit, zu Pferde dieselbe aufgesetzt, zu Fuß im Arme, Ablösung erfolgt alle Stunden. Man stellt sie möglichst so auf, daß sie das Terrain übersehen können, ohne selbst von fern entdeckt zu werden. Die V. ruft jede Person, die sich ihr nähert, schon auf 40—50 Schritt mit Halt! Wer da ?» (in Frankreich mit Qui vive 2v) an und schießt, wenn der zweimal wiederholten Weisung nicht genügt wird; Nichtmilitärs müssen auf die nächste Patrouille warten, die sie zur Feldwache bringt, bewaffnete Trupps werden zeitig gemeldet, worauf ein Examiniertrupp, der gewöhnlich schon hinter der Vedettenchaine (Postenkette) aufgestellt ist, vorkommt und sie befragt. Deserteure müssen halten, Kehrt machen und die Waffen ablegen, bis über sie bestimmt ist, ebenso Parlamentärs. Passieren darf niemand ohne Erlaubnis, als bekannte Offiziere und eigene Truppen. Ein direkter Anmarsch des Feindes wird durch Signalschüsse gemeldet, greift der Feind an, so ziehen sich die V. seitwärts auf die Feldwache zurück. (S. Posten und Vorposten.)