Vedänta (d. h. Ende oder Endziel des Veda) heißt im Sanskrit ein theol.⸗philos. System, dessen Grundgedanken sich bereits in den Upanischads (s. d.) vorfinden, das aber erst später von der Schule des Bädaräyana oder Vyäsa vollständig ausgebildet wurde und noch jetzt große Kreise der gebildeten Hindus beherrscht. Das Hauptwerk der Vedäntaschule sind die Fariraka-mimämsd-sütran des Bädaräyana nebst dem Kommentar des Sankara (S. Jahrh.), herausgegeben von Roer und Rama Narayana Vidyaratna (Kalk. 1863). Ein Kompendium der Vedäntalehre enthält der Vedäntasära des Sadänanda, übersetzt von Roer (Kalk. 1845), Poley (Wien 1870) und Böhtlingk in der Sanskrit-Chrestomathie v» (2. Aufl., Petersb. 1877). Der Grundgedanke des streng monistischen Vedäntasystems ist die „Identität des Brahman und der Seele (ätman), die Einzelseele ist nicht ein Teil des Brahman, des ewigen Prinzips alles Seins, sondern dieses selbst. Die Erlösung von der individuellen Existenz geschieht nicht durch Werke, auch nicht durch moralische Läuterung, sondern durch die richtige Erkenntniso. Eine ausgezeichnete Darstellung der Vedäntalehre gibt Paul Deussen, Das System der V.v (Lpz. 1883).