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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Verlangen von der Bank in Tresorscheine (Greenbacks) umgewechselt werden. Im J. 1885 waren 314394818 Doll. Nationalbank- und 346 681 016 Doll. Legal-Tendernoten im Umlauf. Mit der Wiederaufnahme der Goldzahlung (1. Jan. 1879) haben die Nationalbanken angefangen, mehr Sicherheit zu bieten. Die Staatsbanken verschwinden immer mehr und mehr und machen den Nationalbanken Platz. Der Binnenhandel ist besonders lebhaft auf den westl. Gewässern, den Kanälen und Bahnen, welche dieselben mit der östl. Küste verbinden, und an den großen Seen. An dem Verkehr auf dem letztern sind die Staaten Vermont, Neuyork, Pennsylvanien, Ohio, Michigan, Wisconsin und Illinois in großartiger Weise beteiligt. Auch der Handel zwischen den einzelnen Häfen der atlantischen Küste ist bedeutend. Aus- und Einfuhr. Während des 30. Juni 1885 endenden Fiskaljahres belief sich der gesamte Handel der Vereinigten Staaten mit dem Ausland, Ein⸗ und Ausfuhr, auf 1388588 165 Doll. gegen 1481840086 Doll. in 1884. Die Ausfuhr belief sich auf 742189755 Doll. gegen 740 513 609 Doll. in 1884 und die Einfuhr auf 646 398 405 Doll. gegen 741326477 Doll. Die Ausfuhr von Gold und Silber betrug 8 477 892, resp. 33 753 633 Doll. gegen 41081957, resp. 26051 426 Doll. in 1884, und die Einfuhr 26691 696, resp. 16550627 Doll. gegen 22831317, resp. 14594 945 Doll. in 1884. Der Gesamtwert des Handels mit dem Auslande war 93251921 Doll. geringer als im vorhergehenden Jahre. Diese Abnahme ist der Verminderung der Einfuhr zum Betrage von 90170364 Doll. zuzuschreiben, der größten in irgend einem Jahre seit 1862. Der Gesamtwert der Aus⸗ und Einfuhr von Waren war Ausfuhr: (1883) 823 839 402 Doll., (1884) 740513 609, (1885) 742 189 755 Doll.; Einfuhr: 723180914 Doll., 667697 693, 577527329 Doll. Von 1860 bis 1885 ist der Gesamtwert der Ein⸗ und Ausfuhr von Waren von 687192 176 auf 1319717084 Doll. oder 92 Proz. gestiegen; die Einfuhr stieg von 353616119 auf 577527329 Doll. oder 63 Proz. und die Ausfuhr von 316242 423 auf 726 682 946 Doll. oder 129 Proz. Die Ausfuhr von Waren in 1885 ist folgendermaßen klassifiziert worden: Ackerbauprodukte für 530172 966 Doll., Industrieprodukte für 117259810, Bergbauprodukte für 60 151999, Fruchtbauprodukte für 7588 442, Fischereiprodukte für 5955 122, andere Produkte für 5554607 Doll. Im J. 1791 wurde die erste Baumwolle aus Südcarolina und zwar 189316 Pfd., 1885 aber 1891 659472 Pfd. roher Baumwolle im Werte von 201962458 Doll. exportiert. Weizen wurde 1885 für etwa 73 Mill. Doll., mehr als 2 Mill. weniger als in 1884, exportiert. Der Wert der Mehlausfuhr betrug 52 Mill. Dollars; 1884 wurden 45 Mill. Bushel Mais, 1885 fast 52 Mill. exportiert. Die Ausfuhr von Speck und Schinken zeigte eine Abnahme; 400 Mill. Pfund brachten (1885) 37 Mill. Dollars, während 389 Mill. Pfund (1884) 40 Mill. Dollars brachten. Im J. 1884 wurden 513660092 Gallonen Mineralöl im Werte von 47103248 Doll., 1885 dagegen 573668 180 Gallonen im Werte von 50257947 Doll. versandt. Die Ausfuhr von Blättertabak belief sich 1885 auf 219221207 Pfd. gegen 192 130 820 Pfd. in 1884. Der Wert der Ausfuhr war fast 22 Mill. Dollars gegen etwas mehr als 17 Mill. Dollars in 1884. Die Ausfuhr von Zucker belief sich auf 16 Mill. Pfund im Werte von 5 400000 Doll. in 1884 und auf 252500000 Pfd. im Werte von 16 Mill. Dollars in 1885. Waren wurden gesandt nach Großbritannien und Irland für 394 925925 Doll., nach Deutschland für 60819091 Doll., nach Frankreich 44 562334 Doll. u. s. w.; zusammen für 726 682 926 Doll. Die Einfuhr erreichte den höchsten Wert 1882, nämlich 724639574 Doll., 1885 betrug sie 577527329 Doll. Diese Abnahme ist der Verminderung der Einfuhr von Zucker und Sirup, Seidenwaren, Eisen⸗ und Stahlfabrikaten, Blechfabrikaten, Woll⸗, Baumwollwaren, Häuten, Thee, Galanteriewaren, Pelzen u. s. w. anden us 59,90 Proz. der Einfuhr von 1885 bestanden aus fabrizierten Waren im Werte von 345914067 Doll. und 40,10 Proz. aus Rohstoffen oder teilweise fabrizierten Waren im Werte von 231 613262 Doll. Haupteinfuhrartikel waren Zucker für 72500000 Doll., Kaffee für 47 Mill. Doll., Thee für 14 Mill. Doll., Woll- und Wollwaren für 44656482 Doll., Seide und Seidenwaren für 40393002 Doll., Chemikalien, Farbstoffe und Medizinalien für 35070816 Doll., Eisen und Stahl und Waren davon für 34 565 689 Doll., Flachs, Hanf, Jute und ähnliche Substanzen nebst deren Fabrikaten für 32854 974 Doll., Baumwolle und Baumwollwaren für 28152001 Doll., Bücher für 3 Mill. Dollars, Kunstwerke für 1383000 Doll. Aus Großbritannien kamen 23,67 Proz., aus Westindien 11,1s Proz., aus Deutschland 10,98 Proz., aus Frankreich 9,86 Proz. Haupteinfuhrhafen sind: Neuyork (für 380077 748 Doll.]), Boston (für 53445 929), San-Francisco (für 35040350), Philadelphia (für 29 919 019), Baltimore (für 11849 696), Chicago (für 9918269) und Neuorleans (für 8688552 Doll.). Der jetzt geltende Tarif vom 2. März 1861 kommt in seinen Sätzen, die ursprünglich allerdings zum Teil durch den Bürgerkrieg gerechtfertigt waren, einem Prohibitionstarif gleich. Die eingeführten Waren bezahlen durchschnittlich zwischen 70 und 100 Proz. Zoll. An Eingangszöllen nahmen 1885 die Vereinigten Staaten 181471 939 Doll. ein. In dem 30. Juni 1885 endenden Finanziahre liefen im ganzen 30204 Schiffe ein, mit einem Gesamttonnengehalt von 15304827, darunter waren 9321 mit 3132011t amerikanische und 20883 mit 12172816 t fremde. Es klarierten 30435 Schiffe mit 15514769t, davon waren 9413 Schiffe mit 3231556 t amerikanische und 21022 mit 12283213 t fremde. Gebaut wurden 1884 -85 im ganzen 533 .— mit 65362,46 (62 120,47 Netto) t. Die Handelsflotte zählte im ganzen 23963 Schiffe mit 4265 933,70 t. Die amerik. Seeleute gehören neben den deutschen und englischen zu den tüchtigsten der Welt. Im Schiffbau waren die Werften lange Zeit unübertroffen. Die Monitors und Panzerschiffe sind eine Erfindung des Bürgerkriegs, die von allen Nationen teils bestellt, teils nachgeahmt wurden. Die großen schnellsegelnden Klipper, zuerst in Baltimore gebaut, machen die Reise von Neuyork nach San-Francisco in 80 — 100 Tagen. Seit aber (beginnend mit dem Ende der fünfziger Jahre) die eisernen Dampfer die hölzernen Segelschiffe vom Ocean verdrängt haben, hat England den Vereinigten Staaten im Schiffbau den Rang abgelaufen, sodaß sich ihre Handelsflotte von den harten Schlägen des Bürgerkriegs nicht mehr hat erholen können. Einmal nämlich arbeiten die Engländer besser und billiger, dann aber verbieten die zu Anfang des 19. Jahrh. zu Gunsten einiger östl. Interessentengruppen erlassenen, noch nicht widerrufenen amerik. Schiffahrtsgesetze den Ankauf eines im Auslande gebauten Schiffs. Die Folge dieser Politik ist unter anderm, daß während etwa 120 europ. Dampfer den ganzen Fracht- und Passagierverkehr auf dem Atlantischen Ocean besorgen, 1879 nur eine amerik. Linie von vier Schiffen daran teilnahm. Das Wappen der Vereinigten Staaten ist ein silberner Schild mit sechs roten senkrechten Pfählen und mit einem blauen Schildeshaupte, in welchem lentweder dreizehn, die Zahl der ursprünglichen Unionsstaaten, oder) so viel silberne Sterne stehen, als der Bund Staaten zählt; der Schild ruht auf der Brust eines die Flügel erhebenden Adlers, der mit der rechten Klaue einen Lorbeerzweig, mit der linken drei Pfeile und mit dem Schnabel ein Band hält, das über seinen Kopf flattert und die Inschrift trägt: Epluribus unum. Die Flagge besteht aus sieben roten und sechs weißen horizontalen Streifen; in der obern (innern) Ecke sind in einem blauen Vierecklentweder dreizehn oder) so viel weiße Sterne, als der Bund Staaten zählt. Vgl. außer dem American Almanaco (seit1830), den offiziellen Censusberichten und stgatsrechtlichen Werken Storys (s. d.) von deutschen Werken besonders: Ebeling, Die Vereinigten Staaten von Nordamerika » (Bd. 1—5, Hamb. 1793 — 1816): Stein und Hörschelmann, Handbuch der Geographie und Statistiko (7. Aufl., Bd. 1:«Amerikas, von Wappäus, Lpz. 1855); die Werke von Rüttimann, Kapp, Reimann und Holst über Politik und

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 187Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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