Vermigli (Pietro Martire), Kirchenreformator, geb. 8. Sept. 1500 zu Florenz, trat 1516 in das Kloster der regulierten Augustinerchorherren in Fiesole, studierte dann in Padua Theologie und wurde später Prior eines Klosters in Neapel. Hier wurde er durch Valdes und Occhino für die Ideen der Reformation gewonnen und führte in dem Kloster San-Frediano in Lucca, dessen Prior er 1541 geworden war, manche Reformen ein, bis er 1542 dem Papsttum den Absagebrief schrieb. Hierauf wandte er sich nach Zürich und Straßburg, war 1547—53 an der Universität Orford, dann wieder in Straßburg und seit 1556 in Zürich für die Reformation thätig. Er starb 12. Nov. 1562. Von seinen Schriften sind außer Kommentaren zu alt- und neutestamentlichen Büchern die 4Loci communes theologicia (herausg. von Massow, Lond. 1575) zu nennen. Biographien V.s schrieben Schlosser (Heidelb. 1809) und Schmidt (Elberf. 1858).