Vertumnus (vom lat. vertére, wechseln), der altitalische Gott des Jahreswechsels und der Gaben der verschiedenen Zeiten des Jahres, den man sich demgemäß in wechselnden Gestalten, vorzugsweise aber als Gärtner mit Gartenmesser und Früchten vorstellte. Es wurde ihm ein jährliches Opfer am 13. Aug. dargebracht. Da ein Bild von ihm im Vicus Tuscus stand, so machte die spätere röm. Mythologie einen etruskischen Gott aus ihm. V. ist aber, wie schon die Etymologie zeigt, ein echt latinischer und zugleich allgemein italischer Gott, verwandt mit Ceres und Pomona, den Göttinnen des Getreides und des Obstes.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 232Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei