Vierstimmiger Satz wird die Harmonie der Tonstücke genannt, wenn sie aus vier nebeneinander fortlaufenden und sich zu einem Ganzen verbindenden Tonreihen besteht. Der vierstimmige Satz ist als die normale Harmonie anzusehen, weil er, ursprünglich auf die natürlichste Abteilung der Singstimme gegründet, das Mittel hält zwischen der zu verwickelten und der einfachern Harmonie, demnach weder durch zu große Mannigfaltigkeit ununterscheidbar wird, noch durch zu viel Auslassungen dürftig ist. Den meisten Tonstücken liegt auch eine vierstimmige Harmonie zu Grunde; in der Instrumentalmusik dominiert das Bogenquartett ebenso sehr, wie in den bedeutendsten Vokalwerken (. B. den Oratorien) der vierstimmige Chor.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 259Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei