FeedVillon (Franzois)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Villon (Franzois), franz. Dichter, eigentlich Frangois de Montcorbier (Rame einer Ortlichkeit in Bourbonnais), während der Name «Villonv von seinem Beschützer Guillaume de Villon, einem Geiste lichen, herrührt, ist 1431, wahrscheinlich zu Paris, geboren und wurde 1452 Magister artium; 1455 infolge eines unbeabsichtigten Mordes aus Paris flüchtig und 1456 begnadigt, beteiligte er sich an einer Reihe Diebstählen, um derentwillen er in den folgenden Jahren zum Tode verurteilt wurde; zur Verbannung begnadigt, geriet er 1461 wiederum in Haft, wurde jedoch auf Verwendung Ludwigs XI. aufs neue befreit. Wie und wann er gestorben, ist unbekannt. Seine Gedichte zeigen natürliche Laune und ausgelassenen Witz; sie bestehen aus seinen zwei Testamenten (Le grand Testamento, um 1461, und Le petit Lestament. Son codicilles, 1456), dem Jargon und aus Balladen. Die erste Ausgabe seiner Werke erschien zu Paris 1489; eine neue, mit Anmerkungen, besorgte P. Lacroix: „Oeuvres complètes de François V.» (Par. 1854) und Les deux testaments de V.d (Par. 1867). Vgl. Campaux, «François V., sa vie et ses Guvresb (Par. 1859); Nagel, 4François (Berl. 1877): Longnon, Etude biographique sur François V. (Par. 1878); Bijvanck, Specimen d'un essai critique sur les œuvres de Frangois V.v (Leiden 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 273Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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