Flechier (Esprit), ausgezeichneter franz. Kanzelredner und Schriftsteller, geb. 10. Juni 1632 zu Pernes in der Grafschaft Venaissin, trat in den Orden der christl. Lehre, war dann Lehrer der Rhetorik in Narbonne, ging 1659 nach Paris, wo er bald als Kanzelredner großen Ruf erlangte und mit den Schöngeistern des Hötel de Rambouillet viel verkehrte. In seinen Leichenreden auf Montausier und Turenne lieferte er zwei Meisterwerke. Er wurde 1673 Mitglied der Akademie, erhielt 1687 das Bistum Nimes und starb zu Montpellier 16. Febr. 1710. In Nimes gründete F. die Akademie. Außer seinen 4Oraisons funébreso (Par. 1681; neue Aufl., Par. 1842) sind seine Histoire de Théodose le Grando (Par. 1679), Mlistoire du cardinal Ximenêsv (2 Bde., Par. 1693 u. öfter; deutsch von Fritz, Würzb. 1828) und seine «Panégyriques des saintsv (Par. 1690; 3 Bde., 1739) zu erwähnen. Seine Dichtungen in franz. und lat. Sprache sind enthalten in den «Oeuvres posthumesy (Par. 1712). Seine «Oeuvres complètesv erschienen zu Nimes (10 Bde., 1782). Wenn F. in seinen Leichenreden Bossuet vielleicht an Korrektheit des Stils übertrifft, so steht er diesem an Fülle der Gedanken sowie an hinreißender Beredsamkeit bei weitem nach. Vgl. Delacroix, Ilistoire de F., évéque de Nimeso (Par. 1865), und Fabre, La jeunesse de F.v (2 Bde., 1882).