FeedVoiture (Vincent)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Voiture (Vincent), franz. Dichter und Schriftsteller, geb. 1598 zu Amiens, vollendete seine Studien in Paris und wurde Kammerherr bei dem Bruder des Königs, Gaston von Orléans. Er folgte Gaston nach Lothringen und Languedoc und ging als dessen Agent nach Madrid. Später erlangte er Richelieus Gunst durch seinen Brief über die Einnahme von Corbie, sein Meisterwerk (1636); auch bei Mazarin war V. gut angeschrieben. Er wurde zum königl. Kammerherrn ernannt und erhielt eine einträgliche Stelle in der Finanzverwaltung. V. starb 26. Mai 1648. Er hat Briefe und Gedichte hinterlassen; letztere, meistens leichte Chansons und Rondeauxr, sind heiter und launig. Es gelang ihm, wegen eines poetischen Streits mit dem Dichter Benserade den ganzen Hof in zwei Lager zu teilen (Uranisten und Jobisten). Seine Briefe haben viel Feines und Witziges. Dadurch schuf er den leichten Stil der Plauderei und machte die franz. Sprache gelenkiger. Seine Werke erschienen nach seinem Tode (Par. 1650) und erlebten viele Auflagen; UÜbicini hat sie nebst ungedruckten Stücken und dem Kommentar von Tallemant des Reéaux wieder abgedruckt (2 Bde., 1855); Roux gab die Lettreso mit Noten heraus (1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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