FeedVincent (Saint⸗)
ErdkundeBrockhaus 1882

Vincent (Saint⸗), eine der Kleinen Antillen in Westindien, zwischen Sta.⸗Lucia und Grenada, zum brit. Generalgouvernement Barbadoes gehörig, zählt auf 381qm (1883) 42 200 E., überwiegend Farbige und Schwarze, darunter 19697 männlichen und 22503 weiblichen Geschlechts. Ein beträchtliches Gebirge durchzieht die Insel von Süden gegen Norden. Dasselbe ist im Westen am schroffsten, fällt nach dem Meere hin schnell ab, wird aber auf allen Seiten von wellenförsnigen, gut bewässerten und meist sehr fruchtbaren Ebenen umgeben. Der Krater des 1466 m hohen Vulkans Morne-Garou bildet eine berühmte Solfatara (s. d.). Ein zweiter Krater entstand wahrscheinlich erst bei dem furchtbaren Ausbruch von 1812, welcher fast die ganze Insel und selbst Schiffe in weiter Entfernung mit vulkanischen Massen bedeckte. Die Produkte der Insel sind die gewöhnlichen der Antillen. Die Hauptausfuhrgegenstände sind Arrowroot, Zucker, Melasse und Rum. Die Einnahme belief sich 1883 auf 35000, die Ausgabe auf 33000, die Schuld auf 3000, die Einfuhr auf 148000, die Ausfuhr auf 167000 Pfd. St. Der Hauptort ist Kingstown (s. d.). Die Insel wurde 22. Juni 1498, dem Tage des heil. Vincent, von Columbus entdackt, aber niemals von den Spaniern kolonisiert, 1672 von den Engländern besetzt, seit 1722 diesen von den Franzosen l gemacht, im Frieden zu Aachen 1748 für neutral erklärt, 1761 von den Engländern erobert und im Frieden zu Paris 1763 diesen definitiv zuerkannt. Am 16. Juni 1779 eroberten sie die Franzosen unter d'Estaing, gaben sie aber im Frieden zu Versailles 1783 wieder zurück.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 275Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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