Grenäada, eine der Kleinen Antillen in Westindien, zum brit. Gouvernement Barbadoes oder der Windward-Inseln gehörig, zählt (1881, mit den Grenadinen) auf 430 qkm 42403 E., worunter etwa ein Zehntel Weiße. Die Insel wurde 1498 von Columbus entdeckt und 1650 von Martinique aus durch Franzosen bevölkert, die nach und nach die Ureinwohner, die Karaiben, gänzlich verdrängten. G. ist großenteils gebirgig, im St. Katharinenberg in der Mitte 1000 m hoch, enthält aber auch dort höchst fruchtbare Thäler. Etwa fünf Achtel des Bodens befinden sich in Kultur, und man erzeugt Zucker, Rum, Kakao, Baumwolle, auch etwas Kaffee, Tabak und Indigo. Die Ausfuhr belief sich 1881 auf 194000, die Einfuhr auf 132000 Pfd. St., die öffentliche Einnahme auf 37000, die Ausgabe auf 39000 Pfd. St. Die ßean wurde 1762 von den Engländern erobert, die ie auch im Frieden von 1763 behielten. Hauptstadt und Sitz des Untergouverneurs ist St.⸗George mit 5000 E., geräumigem Hafen (leinem der besten Westindiens) und dem Fort St.⸗George. Die zwischen G. und St.⸗Vincent liegenden, ebenfalls den Engländern gehörenden Grenadinen oder Grenadillen sind meist unbewohnte, niedrige und wasserlose Felseilande, erzeugen aber etwas Baumwolle und Zucker.