Visegrad oder Wischegrad (d. i. Hochburg), Marktflecken in Ungarn, Komitat Pest, am rechten Donauufer mit 1331 deutschen E. In der Nähe sind die malerischen Ruinen der einstigen Königsburg V., die auf einem 247 m hohen Trachytkegel über der Donau sich erhob. Am Ufer lag die untere Burg, die mit den obern Teilen durch starke Mauern verbunden war. König Karl Robert residierte einst zu V., wo er am Fuße des Burgkegels seinen prächtigen Palast hatte. Noch herrlicher wurde die Burg und deren Umgebung unter Matthias Corvinus. Die Türken eroberten schon 1529 V., hierauf kam der Ort bald in die Hände der Christen, bald in die der Mohammedaner; 1684 wurdenletztere dauernd vertrieben. Die Festungswerke wurden 1702 durch Pulver in die Luft gesprengt. In neuester Zeit hat man einige Restaurierungen an den Bauresten, namentlich an dem Salamonsturm, wo angeblich König Salamon gefangen gehalten ward, vorgenommen. An die Stelle von V. versetzt man das röm. Castrum ad Herculem.