FeedWelehrad
ErdkundeBrockhaus 1882

Welehrad, Dorf im Gerichtsbezirk Ungarisch-Hradisch im südöstl. Mähren, mit (1880) 585 flaw. E. Uund einem Schloß, zu welchem die dort befindliche Cistercienserabtei, die um 1202 gegründet, 1784 aufgehoben wurde, ihre Gebäude darbot. Die ehemalige Konventskirche, 1721 im überladenen Stile erneuert, ist eine der besuchtesten Wallfahrtskirchen des Landes, was wohl mit der Sage zusammenhängt, daß der Ort die Stelle bezeichne, wo einst die Hauptfeste des Großmährischen Reichs gestanden, und ihn mit der Thätigkeit der Slawenapostel Cyrillus und Methodius, mit der Residenz der Fürsten Rastislav und Swatopluk in Beziehung gebracht hat. Die Ergebnisse der neuern Geschichtsforschung verhalten sich indessen dieser Sage gegenüber ablehnend. Nach der Aufhebung des Klosters, welches Besitzer des Gutes W. war, fiel das letztere an den Staat und wurde von diesem 1837 im Versteigerungswege an den Freiherrn Simon von Sina verkauft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 535Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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