Votivtafel (tabula votiva) hieß bei den alten Römern eine infolge eines Gelübdes (ex voto) einer Gottheit geweihte Tafel. So pflegten die Schiffer, wenn sie auf der See in Gefahr schwebten, dem Neptun oder andern Meergottheiten ein Gelöbnis zu machen und nach erfolgter Rettung eine mit einer bildlichen Darstellung in Malerei oder in Relief und mit einer Weihinschrift versehene Tafel im Tempel des Gottes aufzuhängen. Sehr oft weihten Genesene dem Askulap solche Tafeln, auf denen nicht selten das erkrankte Glied abgebildet war.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 348Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei