FeedWaag bei den Alten Aucha
ErdkundeBrockhaus 1882

Waag bei den Alten Aucha, ungar. Väg), linker Nebenfluß der Donau in Ungarn, das Gebiet der Kleinen Karpaten von dem des Ungarischen Erzgebirges scheidend, entsteht aus zwei Quellbächen, der Weißen Waag (Vaseczka), die aus dem Grünen See (Leleno Plesso) an dem 2402 m hohen Kriwan und dem viel tiefer liegenden Wasetzer See kommt und gleich darauf aus dem Hochgebirge tritt, und aus der Schwarzen Waag, die weiter im Süden an dem 1855 m hohen Kralowa-Hora oder Königsberg entspringt. Beide vereinigen sich im Liptauer Komitat bei dem Dorfe Kralovska oder Kiraly-Lehota, wo der Fluß für Flöße fahrbar wird. Anfangs fließt die W. gegen Westen und Nordwesten, dann bogenförmig gegen Süden über Trentschin und Neustadl, wo sie in die Ebene tritt, und mündet bei Guta in den sog. Preßburger Donauarm, der sich darauf unter dem Namen Waag-Donau (Vägduna) bei Komorn mit dem Hauptarme vereinigt. Die W. nimmt rechts die Bela, Arva und Kisucza, links die Revucza und Thurocz auf, welche sämtlich flößbar sind. Ihr Lauf beträgt 300 km. Bei dem starken Gefälle reißt sie ungeheuere Massen von Gerölle fort und überschüttet bei ihren plötzlichen Uberschwemmungen die Ufer. Dies und ihre zahlreichen Inseln und Sandbänke bereiten der Schiffahrt große Schwierigkeiten. Sie kann mit Schiffen von 3—400 Ctrn. Tragfähigkeit befahren werden, bei hohem Wasserstande bis Farkasd und Sellye. Das schöne Thal der W. ist bald eng und von Felsen eingeschlossen, bald weiter und anmutig, wird aber dann wieder an vielen Stellen zu einem engen Felspasse zusammengedrängt, im Unterlaufe des Flusses ist das Thal offen, breit und stellenweise sumpfig, aber besonders fruchtbar.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 354Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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