Waltiere (Cetacea) heißen alle wasserbewohnenden Säugetiere von Fischgestalt, bei welchen die hintern Gliedmaßen äußerlich gänzlich fehlen, die vordern dagegen in breite Flossen umgewandelt sind. Der oft ungeheuere Kopf geht ohne Hals in den spindelförmigen Körper über, der häufig eine Rückenflosse und stets am Ende eine Schwanzflosse trägt, die aber, zum Unterschiede von den ischen, wagerecht gestellt ist. Alle Wale sind eeresbewohner und gehen nie ans Land, auf dem sie sich nicht fortbewegen können und bald verenden. Da sie durch Lungen Luft atmen, so müssen sie stets an die Oberfläche kommen, um Luft u schöpfen und auszuatmen, was meist durch auf er Stirn gelegene Nasenöffnungen, sog. Spritzlöcher, geschieht. Zu ihnen gehören die riesigsten jetzt lebenden Tiere. So plump die W. auf dem Lande aussehen, so schnell und gewandt sind ihre Bewegungen in ihrem Element. Der Körper ist stets mit einer, oft ungemein dicken Fettschicht umhüllt. Man teilt die W. in zwei große Gruppen. Die ersten bilden die pflanzenfressenden Seekühe (Sirenia), mit kleinem Kopf, dickwulsti-R Schnauze, engen auf der Schnauze stehenden masenlöchern, Mahlzähnen und zwei Brustzitzen, wozu die Manatis (3z. B. der ädamerikanishe Manatus, Manatus americanus, Tafel: Seesäugetiere, Fig. 6), der Dugong (Halicore oetacea, der Schädel eines männlichen Fig. 7) und das ausgestorbene Borkentier (Rhytina Stelleri) ehören. Diese Tiere nähren sich von Tangen und asserpflanzen und gehen in die Mündungen der dienieichtreit hinein. Die zweite Gruppe umfaßt die fleischfressenden Wale (C. genuina), mit großem Kopfe, Spritzlöchern und am Hinterbauche in einer Falte gelegenen Milchdrüsen, die Wale zerfallen wieder in zwei Abteilungen: die bezahnten Delphine (3. B. der gemeine Delphinus delphis, Fig. 8) und die statt der Zähne mit Hornbarten ausgestatteten Bartenwale, zu denen der gemeine Walfisch (Balaena mysticetus, Fig. 9) und der auf dem Rücken mit einer Fettflosse versehene Nordische Finnwal (Balaenoptera boops, Fig. 10) gehören.