FeedWalrat
TierreichBrockhaus 1882

Walrat, Cetacéum oder Spermacẽti heißt eine fettartige Substanz, welche sich in mehrern Cetaceen, namentlich in dem Pottfisch, Pottwal oder Cachelot (Physeter macrocephalus), welcher vorzüglich die südl. Weltmeere bewohnt, findet. Sie füllt eigene dazu bestimmte Höhlungen und Gefäße aus, welche oberhalb der Hirnschale, unter der Haut vom Kopf bis zum Schwanze und zerteilt in Fleisch und Speck liegen. Beim lebenden Tiere hat die Substanz die Beschaffenheit eines gelblichen Ols und findet sich in solcher Menge vor, daß man Fässer damit anfüllen kann. Der frische W. wird durch mehrmaliges Filtrieren, Macerieren und Umschmelzen in eine spröde, fettig anzufühlende Masse von eigentümlichem Geruch (Cetin) und 0,94 spezifischem Gewicht, welche bei 45 C. schmilzt, verwandelt. Der W. besteht namentlich aus dem Cetyläther der Palmitinsäure (s. d.). Man gebraucht denselben zur Bereitung von Pflastern und Salben, Schminke und Lippenpomade, besonders aber zur Herstellung von Luxuskerzen, die infolge ihrer blendend weißen Farbe, und ihrer alabasterähnlichen Beschaffenheit die schönsten, aber auch die teuersten aller Kerzen repräsentieren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 421Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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