Wartegeld heißt das Jahrgehalt, welches Beamte und Offiziere beziehen, die noch nicht endgültig aus dem Dienste ausgeschieden werden, mit der Aussicht auf Wiederverwendung «zur Disposition» gestellt sind. Da dieses Los z. B. bei der Umbildung von Behörden auch Beamte treffen kann, die noch wenig oder gar keine Pensionsansprüche Rundei so is es billig, daß für die Höhe des W. besondere Normen dielde bei werden. In Preußen z. B. beträgt dasselbe bei Besoldungen von mehr als 3600 Mark die Hälfte derselben und bei geringern noch mehr. artenberg, eine 160 akm umfassende Standesherrschaft des Prinzen von Kurland, mit (1885) 2492 E., in dem preuß. Regierungsbezirk Breslau, und zwar in dem an der Grenze von Posen gelegenen Kreise Haunt und (812 qkm mit 51551 CE.), mit der Haupt-und Kreisstadt Wartenberg oder Polnisch-Wartenberg, an der Breslau-Warschauer Eisenbahn, 52 Km nordöstlich von Breslau gelegen. Die Stadt zählt (1885) 2291 CE., ist Sitz eines Amtsgerichts und hat Handel mit Getreide, Spiritus und Vieh. Die Herrschaft gehörte bis 1490 zum Herzogtum ls und kam 1583 an die Burggrafen von Dohna; 1735 kam sie an den russ. Oberkammerherrn Grafen von Biron, nachmaligen Herzog von Kurland. Nach dem Fall des Herzogs von Kurland schenkte die Großfürstin Anna die Herrschaft dem Feldmarschall Grafen von Münnich. Als aber 1741 Münnich ebenfalls verbannt wurde, nahm der König von Preußen die Herrschaft in Sequestration, bis 1764 der Herzog von Kurland und der Graf von Münnich die 1762 ihre Freiheit wieder erlangt hatten, sich dahin verglichen, daß ersterer sie gegen eine Geldsumme behielt. Gegenwärtig —— sie den Hinterbliebenen des 1801 verstorbenen Prinzen Karl Ernst Biron von Kurland. Jetziger Standesherr ist Prinz Gustav, geb. 17. Okt. 1859.