Weihwasser wird das geweihte Wasser genannt, das meist in den am Eingange in das Schiff kath. Kirchen befestigten Weihkesseln oder Weihbecken enthalten ist, und mit dem die Ein⸗ und Austretenden sich zu besprengen pflegen. Religiöse Reinigungen vor dem Anfange gottesdienstlicher Handlungen waren und sind bei den Juden und Heiden gebräuchlich; denn das Gebet erfordert reine Hände. Als Nachbild des Ehernen Meers am Tempel der Juden wurde seit dem 4. Jahrh. auch am Eingange jeder christl. Kirche ein Wasserbecken angebracht, worin die zur Andacht Eintretenden sich die Hände wuschen. Doch erst seit dem 6. Jahrh. pflegte man das Wasser dazu besonders zu weihen und dem Gebrauche desselben heiligende, ja wundervolle Kräfte beizumessen. Die griech. Kirche hat den Gebrauch des W. mit der katholischen gemein.