FeedWeihrauch
PflanzenreichBrockhaus 1882

Weihrauch (Olibanum, Thus) heißt das Harz des ind. Weihrauchbaums (Boswellia serrata), eines in Ostindien und Abessinien wachsenden ansehnlichen Baums, mit gesiederten Blättern und traubigen, fünfblätterigen, blaßroten Blüten. (S. Boswellia.) Das aus seiner Rinde schwitzende Harz kommt als echter Weihrauch teils in getropften, rundlichen, blaßgelben, durchscheinenden Körnern, teils in unregelmäßigen bräunlichen Stücken in den Handel. Er ist in Alkohol größtenteils löslich und beim Erhitzen schmelzbar unter Zersetzung und Verbreitung eines eigentümlichen balsamischen Geruchs. Er dient fast nur zum Räuchern. Die Griechen und Hebräer, die ihn aus Arabien erhielten, daher arabischer W., verwandten ihn schon zu ihren Rauchopfern in den Tempeln. Die röm. und griech. Kirche wenden ihn seit Konstantins d. Gr. Zeit beim Kultus an. Gemeiner Weihrauch wird das aus Ameisenhaufen gesammelte Fichtenharz genannt, welches durch die Säure der Ameisen eine chem. Veränderung erlitten hat. Russischer Weihrauch heißt das aus den Stämmen der Schwarzkiefer (Pinus Laricio) ausschwitzende Harz, weil solches in russ. Kirchen häufig anstatt des echten W. in Anwendung kommt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 511Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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