Wasserweihe heißt das hohe Fest, welches die griech. Kirche 6. Jan., dem Epiphaniastage, zum Andenken an die Taufe Jesu feiert. Hierzu wird ein Loch in das Eis des nächsten Flusses gehauen und mit Nadelholzzweigen verziert; auch werden Hütten von solchen Zweigen errichtet, um in denselben Heiligenbilder, namentlich Johannes den Täufer, aufzustellen. Nach beendigtem Kirchendienste zieht die Geistlichkeit mit der Gemeinde unter Gesang nach dem Flusse, wo der erste Priester das Wasser, das man nun Jordan nennt, durch dreimaliges Bekreuzen und Eintauchen des Kreuzes weiht. Dann taucht der Priester eine Quaste in das geheiligte Wasser und besprengt damit in Kreuzesform die Umstehenden. Nach verschiedenen Gebeten und Gesängen, die den Glauben an wundervolle Wirkungen dieses Wassers aussprechen, füllt man Flaschen und Schüsseln mit demselben, um es wider leibliche und geistige Schäden zu brauchen. Auch Kinder werden zur Stärkung in das Wasser getaucht. In Rußland nimmt meist die kaiserl. Familie mit dem Hofstaat teil an dem Feste.