FeedWenersee
ErdkundeBrockhaus 1882

Wenersee, der größte See Skandinaviens und nach dem Ladoga und Onega der größte in Europa, im südwestl. Teile Südschwedens gelegen, ist in seiner Hauptrichtung von Nordosten gegen Südwesten etwa 150 km lang, 30—50 km breit und bedeckt einen Flächenraum von 5975 àkm, wovon 240 qkm Inseln. Der See liegt 44,m über dem Spiegel der Nordsee, doch variiert seine Wasserhöhe bis über 3 m, jedoch im Laufe eines Jahres selten über 1½ m. Der einzige Abfluß des Sees in das Skager-Rack ist die Göta-Elf (s. d.), während der See auf der andern Seite durch den Götakanal mit dem Wettersee und der Ostsee verbunden ist. Seine größte Tiefe beträgt gegen 90 m. Eine von Wermland südwärts vorspringende Landzunge, die sich in zahllosen Felseneilanden (Lurö) bis zu der großen Insel Källandsö gleichsam fortsetzt, teilt das ganze Becken in den kleinern Dalboesee im Südwesten und den größern eigentlichen Wener im Nordosten. Außer Källandsö umschließt er zwei andere größere Inseln, Thorsö im Osten und Hammarö im Norden, sowie viele kleine. Er ist reich an Fischen. Unter den Flüssen, die er aufnimmt, ist die aus Norwegen kommende, 320 km lange Klaraelf die bedeutendste. An dem W. liegen mehrere Städte, wie Karlstad und Kristinehamn im Norden, Mariestad im Osten, Lidköping und Wenersborg im Süden und Amäl im Westen. Die Uferlandschaften sind beinahe überall fruchtbar und gut angebaut. Unter den ihn umgebenden Bergen sind die Zwillingsberge Halle- und Hunneberg im Süden (148 und 130 m) und der Kinnekulle (s. d.) die merkwürdigsten. Der See ist für die innern Landschaften Schwedens von der allergrößten Wichtigkeit. Die Schiffahrt auf ihm ist lebhaft.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 550Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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