FeedWettersee oder Wettern
ErdkundeBrockhaus 1882

Wettersee oder Wettern, nach dem im Westen von ihm gelegenen Wenersee (s. d.) das größte Binnengewässer Schwedens, von Norden nach Süden gestreckt und an beiden Enden spitz zulaufend, 129 km lang, 20 km breit, 88,2 m über dem Meere gelegen, bedeckt eine Fläche von 1923 qakm, mit Einschluß der auf 39 qkm geschätzten Inseln. Im Osten und Westen von Bergketten eingeschlossen, hat der W. sehr romantische Ufer, aber weit weniger Buchten als der Wenersee und nur eine bedeutendere Insel, Wisingsö, die sehr schön und fruchtbar ist, im Mittelalter öfters Königssitz war und später der Familie Brahe als Gralschaft gehörte. Der See hat ein dunkelblaues, außerordentlich klares, fast chemisch reines, sehr kaltes . Be, und eine sehr bedeutende Tiefe, bis 126 m. Besonders merkwürdig ist er durch das plötzliche Fallen und Steigen seines Wassers, indem ersteres zuweilen bei Regenwetter, letzteres bei der größten Dürre eintritt. Ebenso merkwürdig sind seine Strömungen (Strömfall), die sowohl auf der Oberfläche als in einer bedeutenden Tiefe stattfinden, mit und gegen den Wind gehen und oft an einem Tage 20 bis 30 mal ihre Richtung verändern, sowie sein oft ganz plötzlich eintretendes Aufwallen und heftiges Wogen und Wirbeln, was die Schiffahrt und wegen der ungleichen Dicke des Eises, die sogar nicht selten ganz zersprengt wird, auch die Winterreisen gefährlich macht. Diese noch nicht erklärten Erscheinungen, verbunden mit den seltsamsten Dunstgebilden und Eancherlei Sag haben natürlich dem Volksgeiste zu mancherlei Sagen und dun waihcherten Anlaß gegeben. Der See nimmt nur unbedeutende Zuflüsse auf, unter denen der des Sees Wiken der bedeutendste ist. Er fließt ab durch die Motala-Elf (s. d.) und ist durch den Götakanal (s. d.) mit der Ostsee und dem Kattegat verbunden. An seinen Ufern liegen Jönköping im Süden, Grenna, Wadstena, Motala und der Gesundbrunnen Medewi im Osten, Askersund im Norden, Hjo und die Festung Karlsborg im Westen. Am Ostufer des W. ist der 258 m hohe, an der Seeseite steil abstürzende und wegen seiner Aussicht berühmte Omberg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 589Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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