Wetterhorn, Bergstock der Berneralpen im schweiz. Kanton Bern, erhebt sich als imposante firngekrönte Felsmasse östlich vom Grindelwaldthal, südöstlich von der Großen Scheideck und gipfelt mit drei Spitzen, der Haslejungfrau (3703 m) im Nordwesten, dem Rosenhorn (3691 m) im Osten und dem Mittelhorn (3707 m) in der Mitte zwischen beiden. Von diesen Gipfeln bestehen die beiden letztern aus Gneis, während die schlanke Firnpyramide der Haslejungfran mit schroffen Kalkwänden nach Norden und Westen abstürzt. Nach Norden senkt sich vom W. der Schwarzwaldgletscher gegen das Thal des Reichenbachs hinab; im Osten breiten sich die Firnfelder des Wetterkessels aus, welche den Rosenlauigletscher speisen. Südlich liegt zwischen dem W. und dem Schreckhorn die Mulde des obern Grindelwaldgletschers. Von den Wetterhorngipfeln wurde das Rosenhorn 28. Aug. 1844 von C. Desor, Dollfuß u. a. zum ersten mal bestiegen; drei Tage später erreichten zwei ihrer Führer die Spitze der Haslejungfrau und 8. Juli 1845 ward auch das Mittelhorn von einem Engländer, Namens Spear, bezwungen. Seither wird besonders die Haslejungfrau, welche, am freiesten gelegen, die großartigste Aussicht bietet, häufig bestiegen. Der Gipfel derselben bildet einen scharfen, von Osten nach Westen gerichteten Eisgrat. Zur Unterkunft der Touristen dient eine 2345 müber dem Meere an der Südwestkante des Berges gelegene Klubhütte, von der aus der Gipfel in 5—7 Stunden erreicht wird. Vgl. Studer, aliber Eis und Schneey (Bd. 1, Bern 1869); Aby, Fellenberg und Gerwer, «Das Hochgebirge von Grindelwalde (Koblenz 1865).