FeedWhately (Richard)
ReligionBrockhaus 1882

Whately (Richard), engl. Theolog und Staatsmann, geb. 1. Febr. 1787 in London, studierte in Oxford, wurde 1811 Fellow daselbst, 1821 Pfarrer in Halesworth (Suffolk) und 1825 Präsident von St.⸗Alban's Hall in Oxford. Sein theol. Standpunkt war derjenige eines rationalen Supranaturalismus; doch bewegten sich seine Studien und Leistungen wesentlich auf philos. und nationalökonomischem Gebiete, wie er denn auch 1830 Professor der Nationalökonomie in Oxford wurde. Doch schon im folgenden Jahre erfolgte seine Ernennung zum Erzbischof von Dublin. Mit großem Mißtrauen, namentlich wegen seiner freiern religiösen Anschauungen, in Irland empfangen, erwarb er sich bleibende Verdienste um die Hebung des Landes, durch seine Friedensversuche zwischen Protestanten und Katholiken, durch seine Hebung der Bildung des Volks durch Verbesserung des Volksschulwesens auf interkonfessioneller Grundlage, durch seine Reform des Armenwesens, des Gefängniswesens und der Strafjustiz in humanem, nationalem Sinne, durch seine großartige Wohlthätigkeit. Er starb 8. Okt. 1863 in Dublin. Außer zahlreichen Essays, die teils separat, teils in verschiedenen Zeitschriften erschienen sind, schrieb er: Historic doubts relative to Napoleon Bonaparteo (1819) gegen den Humeschen Skeptizismus », &The elements of logico (1825), Elements of rhetoric (1825; deutsch von Hildebrand, Gotha 1885), „Errors of Romanism o„ (1830). Sein Tagebuch 4Commonplace book o gab nach seinem Tode seine Tochter aus seinem Nachlaß heraus. Vgl. Fitzpatrick, „Memoirs of W.y (1864); J. Whately, Life and correspondence of W. (2. Aufl., 2 Bde., 1868).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 593Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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