Bentley (Richard), einer der genialsten hiloen und Kritiker, geb. 27. Jan. 1662 zu Oulton bei Wakefield in Vorkshire, besuchte die chule letzterer Stadt und studierte seit 1676 zu alding thd-Nachdem er seit 1683 als Lehrer zu Spalding thätig gewesen, ward er 1684 Erzieher des Sohnes Worcester) und Suisch-Wölie 1689 nach Oxford, wo ihm die Bodleyanische Bibliothek ein reiches Feld des Sammelns und Schaffens eröffnete; später wurde er Hauskaplan des Dr. Stillingfleet. Seinen ½n B. 1691 durch eine Epistel an Dr. Mill, worin er die ersten Proben seiner um⸗ —1 Gelehrsamkeit und seines kritischen Scharfinns in der Erklärung schwieriger Stellen der alten Klassiker ablegte. Im Auftrage der Direktion der von Boyle gemachten Stiftung lieferte er 1692 in acht Sermons» eine gründliche und scharfsinnige Widerlegung des Atheismus; 1693 erhielt er die Aufsicht über die königl. Bibliothek zu St.⸗James. Nachdem B. bereits 1697 in einer eigenen Schri die Unechtheit der Mpistolaer des Whalaris nach-Lenender hatte, begründete er seine Ansicht noch eingehender in der berühmten HDissertation upon the epistles of Phalaris, Themistocles, Socrates, Euriides and the fables of Aesopo (1699 u. öfter; lat. in B.s 0puscula philologican, Lpz. 1781; deutsch von Ribbeck, e 1857). B. wurde 1700 Master des Trinity-College zu Cambridge, 1701 Archidiakonus von Ely und 1717 Professor der Theologie zu Cambridge. Inzwischen hatte er 1710 seine kritischen Bemerkungen uber zwei Lustspiele des Aristones und unter dem Namen Phileleutherus psiensisd seine Verbesserungen der Bruchstücke des Menander und Philemon erscheinen en. Diesen Arbeiten An te die Ausgabe des Horaz (Cambr. 1711; 3. 9 Amsterd. 1728; abgedruckt, 2 Bde., Lpz. 1826; Berl. 1869), sein vorzüglichstes Werk, die des Terenz und des Phädrus (1726), welche aber von Hare in einer berühmten Epistola criticas scharf getadelt wurde, und die des Manilius (1739). In der Ausgabe des Paradise lost o von Milton hat B. eigenmächtig Veränderungen vorgenommen und dadur manche Eigentümlichkeit und Derbeszer des Werks verwischt. Auch in 9 vor-Verbesserungen der alten Dichter gab er sich vorwiegend einer dialektischen Kritik hin. B. starb 14. Dcht 1742. Sein ganzes Leben war eine endlose Fehde. So unbedeutend an 15 seine akademischen Streitigkeiten erscheinen, gibt doch sein kühnes elbstvertrauen seine Vera 251— der Gegner, seine unbezwingliche Neigung, sich in chwierigkeiten zu verwickeln, und seine Gewandtheit si herauszuziehen, jenen Zwisten ein eigentümliches nteresse. Eine Gesamtausgabe der Werke B.s (3 Bde., Lond. 1836) von Dyce ist unvollendet geblieben. Vgl. Monk, The life of Richard B.v (Lond. 1830); 8 A. Wolf in 4Litterarische Analekten „ (Bd. 1, erl. 1816); Mähly, Richard B.v (Lpz. 1868).