FeedWindlade
MusikBrockhaus 1882

Windlade nennt man den Teil der Orgel, auf welchem das Pfeifenwerk steht und zum Tonen gebracht wird. Vorzüglich sind zwei Arten im Gebrauch: Schleif- und Kegelladen. Die Schleiflade ist ein großer Kasten, der unten leer ist, oben dagegen von so viel kleinen Kanälen (Cancellen) durchschnitten wird, als die halben Klaviaturen Tasten haben, gewöhnlich 26. Die Cancellen sind im untern Raume durch je ein Ventil verdeckt. Die Ventile stehen mit der Taste in Verbindung. Sobald dieselbe niedergedrückt wird, hebt sich das Ventil ab und der Wind strömt in die Cancelle und von hier in die Pfeifen; auf den Cancellen liegen noch die Schleifen, lange schmale Holzstreifen mit Löchern. Wird die Schleife durch den Registerzug vorwärts bewegt, so fallen die Löcher der Schleife mit denen der Pfeifenfüße zusammen, der Wind kann durchgehen und die Pfeife tönt. Wird der Registerzug eingeschoben, tritt die Schleife zurück und verschließt die Löcher der Pfeifenfüße. Die Kegellade hat folgende Einrichtung: der Kasten der Lade hat so viel einzelne abgeteilte Längenschnitte, als das Manual Stimmen hat. In jedem Längendurchschnitt befinden sich so viele kleine Kanäle, als jede Stimme Töne hat; jeder kleine Kanal wird durch einen spitzen Kegel verschlossen. Wird der Kegel gehoben, so strömt der Wind in den Kanal und die oben auf demselben befindliche Pfeife tönt. Die Kegelladen haben den Vorzug, daß jeder einzelne Ton direkt aus einem Kanal Wind erhält, während bei der Schleiflade aus einer Cancelle mehrere Pfeifen Wind erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 681Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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