FeedWinterfeldt (Hans Karl von)
GeschichteBrockhaus 1882

Winterfeldt (Hans Karl von), preuß. Generallieutenant, Friedrichs d. Gr. Freund und Liebling, geb. 4. April 1707 zu Vanselow in Vorpommern, trat im 16. Jahre bei dem mer dald in die 6 von Winterfeldt ein, von welchem er bald in die Garde versetzt wurde und den Rheinfeldzug mitmachte. Denraus d. Gr., der ihm schon als Kronprinz sein ertrauen geschenkt, erhob ihn nach seiner Thronbesteigung vom Lieutenant sogleich zum Major und Flügeladjutanten und sendete ihn beim Beginn des Schlesischen Kriegs 1740 nach Petersburg, wo er die Absicht des wiener Hofs, von der russ. Kaiserin Hilfstruppen zu erlangen, hintertreiben sollte. Der Zweck wurde erreicht, und W. trat nach seiner Rückkehr an die Spitze eines Grenadierbataillons, mit welchem er sich bei der überrumpelung von Glogau, 8. März 1741, besonders aber in der Schlacht bei Mollwitz, 10. April, wo er am uße verwundet wurde, sowie bei dem Gefecht von othschloß, 22. Juni, auszeichnete. Kurze Zeit hernach wurde er zum Obersten befördert. m zweiten Schlesischen Kriege kämpfte er ruhmvoll bei Slawentzitz gegen ungar. Insurrektionstruppen im April und bei Landshut gegen Nadasdy im Mai, wofür n der König zum Generalmajor ernannte, und nahm am Siege von Hohenfriedberg 4. Juni 1745, sowie an dem glücklichen Gefechte bei Katholisch-Hennersdorf 23. Nov. hervorragenden Anteil. Während des folgenden Friedens war er als Generaladjutant immer in der Nähe des Königs und wurde von diesem zu wichtigen Geschäften gebraucht, so 1755 zu einer Sendung nach Hannover zu König Georg II. von England. Kurz vor dem Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs wurde er, erst 45 v. alt, Generallieutenant. Als Friedrich die sächs. Armee im Lager bei Pirna einschloß, wurde W. abgesendet, um den König August III. von seiner Verbindung mit Osterreich abzuziehen, erreichte jedoch diesen Zweck nicht und schloß hierauf mit Rutowski die Kapitulation von Pirna ab. Während des nächsten Winters sperrte er die wichtigen Pässe bei Landeshut gegen die leichten Truppen der Osterreicher. In der Schlacht bei Prag befehligte er die Infanterie des linken Flügels und wurde am Halse verwundet. Nach der Schlacht bei Kollin wurde er der Armee des Prinzen August Wilhelm zugeteilt. Als Friedrich im Herbst 1757 schier die Reichsarmee und die Franzosen marchierte, ließ er sein Hauptheer zur Deckung Schlesiens unter dem Herzog von Bevern zurück, bei welchem W. das Korps, das bei Moys unweit Görlitz stand, führte. Seine Stellung wurde 7. Sept. von überlegener Macht angegriffen, und wei Grenadierbataillone, welche den Holzberg besezt hatten, mußten diesen nach tapferer Gegenwehr verlassen. W., der vergebens um Unterstützung bat, eilte an der Spitze einer Brigade nach dem bedrohten Punkte, erhielt aber einen Schuß in die Brust und starb am folgenden Morgen, 8. Sept. 1757. Seine (nach dem Entwurfe von Kiß) in Erz gegossene Bildsäule wurde 1862 auf dem Wilhelmsplatze zu Berlin an Stelle der früher dort (jetzt in Lichterfelde) befindlichen Marmorstatue aufgestellt. Vgl. Varnhagen von Ense, „Leben des Generals W.» (Berl. 1836), auch im 6. Bande der Bio-Kunt 5o chen Denkmaler (3. Aufl., Lpz. 1872); «Hans arl von W. und der Tag von Moysv (Görl. 1857).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 690Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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