FeedSchmettau (Samuel, Reichsgraf von)
GeschichteBrockhaus 1882

Schmettau (Samuel, Reichsgraf von), preuß. Generalfeldmarschall, Grandmaitre de l'Artillerie, geb. 26. März 1684 zu Berlin, diente zuerst in einem fürstl. ansbachischen Regiment und focht im Spanischen Erbfolgekriege bei Höchstädt und Malplaquet mit, wurde 1707 Generaladjutant des Erbprinzen von Hessen und trat 1714 in poln. Dienste, wo er während der Konföderationsunruhen dem König am Dperst wichtige Dienste leistete, der ihn dafür zum Obersten der Artillerie ernannte. Bald nachher ging er in österr. Dienste über, kämpfte 1717 gegen die Trken und dann gegen die Spanier auf Sicilien, wo er sich als Generalwachtmeister bei Villafranca auszeichnete. Im J. 1720 leitete die Belagerung von Messina; 1731 ging er auf kaiserl. Befehl nach Genua, um den Aufruhr zu stillen, und als ihm dieses gelungen, 1733 als Bennnschweig-verne unter dem Herzog von raunschweig-Bevern gegen die Franzofen nach dem Rhein. Hierauf wohnte er dem Türkenkriege 1737 als Feldzeugmeister bei und verteidigte 1739 Belgrad. Im J. 1741 wurde er Generalfeldmarschall. Beim Ausbruch des Kriegs zwischen Ssterreich und Preußen berief ihn Friedrich II. als preuß. Unterthan zurück. Da S. aber nicht wünschte, gegen Österreich zu fechten, so verwendete ihn Friedrich als Gesandten, zuerst in München bei Kaiser KarlVII. und später in Paris; doch befehligte er in der 1 bei Chotusitz die Kavallerie des rechten Flügels. Er starb zu Berlin 18. Aug. 1751. Sein Bruder, Karl Christoph, Reichsgraf von S., preuß. Generallieutenant, geb. zu Berlin 8. Juni 1696, stand zuerst in dän. und österr., seit 1741 in preuß. Diensten, verteidigte Dresden 1758 und starb zu Brandenburg 27. Okt. 1775. Graf Friedrich Wilhelm von S., Neffe der vorigen, geb. 12. April 1740, diente schon im Siebenjährigen Kriege, zeichnete sich gegen die Franzosen in den Feldzügen am Rhein aus und fiel als General der Infanterie bei Auerstädt 14. Okt. 1806.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 425Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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