FeedWintergarten
PflanzenreichBrockhaus 1882

Wintergarten nennt man einen größern, nach Art eines Kalthauses (Orangeriehauses) mit Glas überdeckten und mit Glaswänden versehenen, heizbaren Raum, worin schönblumige Pflanzen des Orangerie⸗ und temperierten Hauses, welche im Winter oder im ersten Frühjahr blühen, in Bosketts und Gruppen aufgestellt sind, während man dazwischen Sandwege anlegt, auch wol Wasserbassins mit Fontäne, sowie Ruhebänke und Lauben anbringt. Passende Gewächse für Wintergärten sind Coniferen (namentlich aus den Gattungen Araucaria, Abies, Cryptomeria, Cupressus, Juniperus), echte Akazien (Kcacia), Mimosen, Azaleen, Rhododendren, Camelien, Myrtaceen, Ericaceen und andere immergrüne Sträucher und Bäume der warmen gemäßigten und subtropischen Zone, von krautartigen Pflanzen namentlich Hyacinthen, Crocus, Tulpen und andere Zwiebelgewächse, die zeitig blühen oder sich treiben lassen. Auch Ampelgewächse bringt man gern in Wintergärten an. Der erste W. wurde in Paris angelegt, gegenwärtig gibt es keine größere Stadt, welche nicht einen solchen besäße. Zur Verbreitung allgemeiner botan. und gärtnerischer Kenntnisse, namentlich zur Bildung des Geschmacks in Bezug auf Gruppirung von Zierpflanzen u. s. w. tragen die Wintergärten viel bei. Palmengarten nennt man den W., sobald er durch Heizung zum Warmhause wird, in welchem Palmenarten, Pandanus, Musa, Farne u. s. w. gruppiert sind, und der somit einen Aufenthaltsort mit tropischem Klima bildet. Sowohl Winter- als Palmengärten werden oft als öffentliche Vergnügungslokale eingerichtet; die schönsten besitzt Deutschland zu Charlottenburg, Köln (Flora) und Frankfurt a. M. (Palmengarten).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 691Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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