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Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Winther (Rasmus Willads Christian Ferdinand), dän. Dichter, Ie 29. Juli 1796 zu Fensmark in Seeland, studierte Theologie in Leme Ree In den J. 1830— 31 unternahm er eine Reise nach 1951. de 1841 ging er nach Neustrelitz, um die Verobte des nachherigen Königs Friedrich VII., die Prinzessin Karoline Charlotte Marianne, im Dänischen zu unterrichten. Nach der Rückkehr lebte W. zu Kopenhagen und starb in Paris 30. Dez. 1876. W. war einer der bedeutendsten lyrischen Dichter der neuern Zeit unter den Dänen. Die erste Sammlung seiner Dichtungen erschien 1828 und nahm in den folgenden Auflagen den Titel «Digte, gamle og nyey (5. Aufl. 1854) an. Daran schließen sich Nogle Digte (Kopenh. 1835; 2. Aufl. 185²), I og Sagno (1839), Digtninger⸗ (1843), Lyriske Digtes (1849), Nye Digtey (1851), Nye Digtningero (1853), „Brogede Blader (1865). Bruchstück geblieben ist das größere Gedicht „Daand. (1837). Als Novellist hat W. in den Haandtegningerne⸗ (1840; 2. Aufl. 1845), «Fire Noveller⸗ (1843) und «Tre Fortällingero (2. Aufl. 1851) ebenfalls Beachtenswertes geleistet. Für die Jugend bestimmt sind Fem og tyve Fablero (1845) und „En Morskabsbogo (1850). Ferner veröffentlichte er die umfassendere Dichtung »Hjortens Flugt (Kopenh. 1855). Außer Übersetzungen, z. B. vom Reineke Vosp (1849) und von Heys Fabeln (2. Aufl. 1848), lieferte er auch ein «Udvalg af Kjämpevisernes (1840) und 4100 Romanzer af danske Digteres (3. Aufl. 1851). Eine Sammlung seiner Poesien hat W. unter dem Titel »Samlede Digtningers (6 Bde., Kopenh. 1860) selbst besorgt. graf von), württemb. Staatsminister, geb. 27.Nov. 1752, stammte aus einer der ältesten deutschen Adelsfamilien, die schon frühzeitig im Eichsfelde seßhaft war. W. war einige Zeit Ofsizier in hess. Diensten, machte dann Reisen und wurde 1794 in der Stellung eines kurkölnischen Kämmerers in den deutschen Reichsgrafenstand erhoben. Herzog Friedrich von Württemberg ernannte ihn 1801 zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten und 1806 +* Ministerpräsidenten. Im J. 1816 ließ sich W. von seinen Staatsämtern entheben; doch Ubernahm er 1820 den Gesandtschaftsposten an den Höfen zu Berlin, Dresden, Hannover und Kassel. Seit 1825 lebte er zurückgezogen und starb zu Stuttgart 24. Okt. 1834. Sein Sohn, Heinrich Levin, Graf von W., geb. 16. Okt. 1778, war zuerst Gesandter in Karlsruhe, München, Paris, Petersburg und Wien, so- wie im Hauptquartier der Verbündeten während der Potene von 1814 und 1815. Er erhielt dann den Posten eines Staatsministers und wohnte als olcher 1820 nebst Hardenberg den Konferenzen zu ien bei, wo er sich als Verteidiger liberaler Grund5⁵5 auszeichnete. Später zog er sich auf sein Gut odenstein im Regierungsbezirk Erfurt zurück. Er starb 15. Sept. 1856. Seine Biographie wurde von seinem Sohn, Graf Wilko von W. (geb. 12. Juli 1833), veröffentlicht (Gotha 1866). milie der vorigen angehörend, russ. General der Kavallerie, geb. zu Bodenstein im preuß. Kreise Worbis 15. Febr. 1770, trat 1790 aus hess. Diensten in die österr. Armee in den Niederlanden, zwei Jahre später wieder in hess. Dienste und kämpfte am Rhein mit. Dann folgte er nochmals der hne Osterreichs bis zum Frieden von Campoormio. Im J. 1797 wurde er Major in russ. iensten. Den Feldzug von 1799 machte er mit Bewilligung Rußlands wieder in Ssterreich mit und zeichnete sich in der Schlacht von Stockach aus. Seit 1802 Generaladjutant des russ. Kaisers, ging er als Gesandter 1805 nach Berlin, um den König zum Bündnis mit Großbritannien und Ssterreich gegen Napoleon I. zu bewegen, und dann nach Wien, wo er das Bündnis zwischen Osterreich und Rußland abschloß. Er zeichnete sich in dem Gefecht bei Dürrenstein aus und war in der Schlacht bei Austerlitz in Aleranders Umgebung. Im J. 1809 focht er wieder mit den Osterreichern bei Aspern, wo ihm eine Kartätschenkugel den Fuß zerschmetterte. Noch auf dem Schlachtfelde wurde er zum Feldmarschalllieutenant befördert. Im russ.⸗franz. Kriege von 1812 ward er 22. Okt. beim Verfolgen des Feindes am Twer-Thore von Moskau gefangen. Napoleon befahl, ihn (als westfäl. Unterthan) zu erschießen, doch wurde dieser Befehl wegen der franz. Generale in russ. Gefangenschaft zurückgenommen. W. wurde nach Wilna abgeführt, jedoch unterwegs, zwischen Minsk und Wilna, 20. Nov. durch Tschernischew befreit. Er übernahm den Befehl über das 2. russ. Korps und zeichnete sich im weitern Verlaufe des Kriegs wiederholt, namentlich in den Schlachten bei Kalisch, Großgörschen, Dennewitz und Leipzig, bei dem Sturm auf Soissons und dem Gefecht bei St.⸗Dizier hervorragend aus. Nach der Schlacht von Leipzig wurde W. zum General der Kavallerie ernannt und übernahm auch 1815 das Kommando über ein russ. Armeekorps. Er starb 17. Juni 1818 zu Wiesbaden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 692Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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