Wojwoda, eigentlich Heerführer, entspricht in den slaw. Sprachen dem deutschen Herzog in seiner ursprünglichen und geschichtlichen Bedeutung, d. h. es wurde schon früh von bloßer Bezeichnung eines Berufs zu einer dynastischen, resp. persönlichen Titulatur, welche von slaw. Machthabern, wie z. B. dem poln. hohen Adel vor den Piasten, aber auch von rumän. Fürsten in der Moldau und Walachei, geführt wurde. Nachdem Polen ein Königreich geworden, ging der Titel W. auf die Häupter der Verwaltungsbezirke über, in welche das Reich zerfiel, und welche nach diesen Chefs Wojwodschaften genannt wurden. Wie die alten Herzöge der Deut schen, hatten diese letztern im Kriege mit ihrem Adel zu dem Heere des Königs zu stoßen und im Frieden ihr Gebiet als Statthalter zu administrieren. Daneben besaßen sie Sitz im Reichssenat und bildeten die erste Klasse der weltlichen Stände, weshalb auch ihr Titel in der latein. Kanzleisprache mit Palatinus wiedergegeben wurde. In seiner eigentlichen Bedeutung hat W. sich bei den Südslawen (den Serben und Bulgaren) erhalten. Die Türken bezeichnen damit die Polizeichefs gewisser rtlichkeiten. Im Altrussischen (Wojewoda) hat sich die ursprüngliche Bedeutung lange erhalten. Nachdem vom Ende des 16. Jahrh. die Verwaltung der Kreise (ujesdy) an die Kriegsbefehlshaber übergegangen war, erhielt das Wort für zwei Jahrhunderte die Bedeutung Kreisverwalter.