Wolmar, Kreisstadt des russ. Gouvernements Livland am rechten hohen Ufer der livländ. Aa gelegen, wurde als Ordensburg 1283 vom livländ. Ordensmeister Wilhelm von Schauenburg erbaut, an der sich mit der Zeit eine kleine Stadt anschloß, die nachher mit einer hohen Mauer und Wällen umgeben wurde. Diese Festungswerke ließ Gustav Adolf von Schweden 1622 nach der Eroberung W.s schleifen und schenkte die Stadt seinem Kanzler Oxenstjerna. Im J. 1689 brannte die Stadt fast ganz ab, wurde 1702 russisch und mußte 1877 die russ. Städteordnung annehmen. W. besitzt eine luth. und eine russ. Kirche, treibt Handel hauptsächlich mit Flachs und Getreide, liegt am Kreuzpunkt von vier Poststraßen und zählt 1881 2600 E.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 744Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei