Wortspiel nennt man in der Rede die Nebeneinanderstellung von Wörtern, die bei Ahnlichkeit der Lautverhältnisse verschiedene, oft ganz entgegengesetzte Bedeutung haben, sodaß diese Verbindung eine witzige Pointe enthält. Ein Beispiel davon gibt die Rede des Kapuziners in «Wallensteins Lagero von Schiller: «Die Bistümer sind geworden Wüsttümer, die Abteien Raubteien, die gesegneten deutschen Länder Elender.» Solche witzige Wortverknüpfungen, die sich oft ganz ungezwungen, namentlich aber in der franz. Sprache (s. Calembourg), darbieten, sind um so schlagender, je weniger es dabei einer Abänderung der Worte oder eines Zusetzens von Präpositionen u. dgl. bedarf.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 16, S. 758Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei