Unter den Gebäuden ist vor allen die größtenteils 1291—1330 erbaute Kathedrale St. Peter zu erwähnen, Englands größte und schönste Kirche, ein Meisterwerk got. Baukunst, 159,1m lang, 67,66 mein den Kreuzflügeln, 33 mim Schiff breit, 30,17 m hoch, mit drei Türmen, von denen der unvollendete über dem Kreuze 64,1m hoch ist. Die überaus glänzende Westfacade wurde 1402 vollendet. Das Presbyterium und die Lady Chapel binter dem Chor wurden 1361 — 73 im spätgot. Stil, der übrige Chor 1373 — 1400 erbaut. Die Krypta, der älteste Teil des Baues, stammt aus dem 12. Jahrh. Durch die Brände vom 2. Febr. 1829 und vom 21. Mai 1840 hatte die Kathedrale viel gelitten, doch ist sie seitdem völlig wiederhergestellt. Ihre Orgel mit 4200 Pfeifen, einige von 10,m Länge, und mit einem Orgelkorbe, der als ein Meisterstück der Steinmetzkunst bewundert wird, gehört zu den größten in Europa. Das Hauptfenster an der Hochaltarseite, das größte, welches man kennt, ist 22,86 m hoch, 9,8 m breit und enthält 117 biblische Gemälde in glühenden Farben aus dem 15. Jahrh. Das Denkmal des 1255 gestorbenen Erzbischofs Walter Grey, des Erbauers des Querschiffs, ist das bedeutendste Monument im Dom. Mit der Kathedrale durch einen Gang verbunden ist das Kapitelhaus aus dem 14. Jahrh., ein regelmäßiges Achteck von 19,m Durchmesser und 20,73 m Höhe, im Innern mit zierlichen Säulen, leichtgeschwungenen Bogen, einer von einem einzigen Pfeiler gestützten Decke und herrlichen Glasmalereien. Y. hat 24 anglikan. Kirchen und 15 Bethäuser der Dissidenten. Die 1056 gestiftete Benediktinerabtei St.⸗Mary liegt vor der Stadt in Ruinen. Das sog. Schloß, 1,6 ha bedeckend, wurde 1826—36 gänzlich umgebaut und für Gefängnis, Gerichtshof und County-Halle eingerichtet; dabei sind die Ruinen eines von Wilhelm J. auf röm. Fundament erbauten weiten und festen Bollwerks, des Cliffordturms, den Cromwell 1642 teilweise zerstörte. An dem Ouse liegen das moderne Stadthaus (Mansionhouse), die Amtswohnung des Lord-Mayors und das städtische Rathaus (Guildhall) von 1446, eine der schönsten got. Hallen Englands. Y. ist der Sitz einer theol. Fakultät der Unitarier, hat mehrere Lateinschulen, ein Lehrerseminar, eine Zeichen⸗, eine Näh- und eine Spinnschule, eine philos. Gesellschaft mit Museum und botan. Garten, ein archäol. Institut, eine Bibliothek, ein Theater, eine Musikhalle für 2000 Zuhörer, eine Sammlung von Altertümern im alten Hospitium, den städtischen Versammlungssaal nach dem Plane des Grafen Burlington (35, m lang, 13 m breit und 13 m hoch), das außerhalb der Stadt gelegene Irrenhaus der Quäker, Retreat (Zufluchtsstätte) genannt, und eine Blindenanstalt und Nationalschule in dem von Jakob J. und Karl I. erbauten Manor-Hause. Im Mittelalter war die Industrie bedeutender als jetzt. Dieselbe besteht jetzt in Maschinen- und Kutschenbau, Eisengießerei, Leinweberei, Brauerei, Glasfabrikation u. s. w. In der Nähe der Stadt liegen das Dorf Bishop-Thorpe mit dem erzbischöfl. Palast, rechts am Ouse, die höhere kath. Schulanstalt Ampleforth-College, das Schloß Howard mit Kunstschätzen und die Ebene von Knavesmuir, wo berühmte Wettrennen gehalten werden. Das alte Eburacum, auch Eboracum, durch Agricola am Avus (Duse) als neues Legionsquartier angelegt, war seit Trajanus beständige militärische Hauptstadt der Provinz Britannia, zeitweilige Residenz der Kaiser Hadrian, Septimius Severus, der bu 211 starb, Geta, Caracalla, Carausius, Contantius Chlorus, nach einigen Geburtsort Konstantins d. Gr., der hier zum Kaiser ausgerufen wurde, und im 4. Jahrh. Sitz des Vicarius Britanniarum. (Vgl. Wellbeloved, Eburacum or Vork under the Romansv, 1842.) Dann wurde die Stadt Hauptstadt des angelsächs. Königreichs Northumbria und Deira unter dem Namen Coforwyhe, bei den Normannen Jordvig. Mit dem Einfall der Dänen, welche Y. 867 eroberten und kurz darauf vor seinen Mauern die Angelsachsen unter Osbert und Ella schlugen, mußte es den Ruhm, Englands erste Stadt zu sein, an London abtreten. Im J. 622 predigte hier Paulinus das Christentum und wurde 625 erster Erzbischof von Y. Wilhelm I. eroberte es 1068 und ließ sich hier krönen; 1160 wurde hier unter Heinrich II. und 1322 unter Eduard II. ein Parlament gehalten. Am 8. Sept. 1483 wurde Richard III. hier gekrönt. Bis zum Ende des 15. Jahrh. hatte der Erzbischof die Obergerichtsbarkeit über die schott. Kirche. Jetzt gehören zu seiner Erzdiöcese die sechs Bistümer Durham, Carlisle, Chester, Manchester, Ripon, Sodor-Man. Das Obergericht zu Y. (the council established in the North) wurde von Heinrich VIII., die Gerichtsbank aber von Karl II. eingesetzt. Im J. 1644 belagerten die Parlamentstruppen und Schotten Y., und ein königl. Entsatzheer unter Pfalzgraf Rupert wurde 2. Juli auf dem westlich benachbarten Marston-Moor vom Lord Fairfax und Grafen Manchester geschlagen und die Stadt erobert. Vork, Hauptort des County Hork im nordamerik. Staate Pennsylvania, liegt am Codorus-Creek, an der Northern-Central⸗, der Frederick-(Maryland—-h Division der Pennsylvania- und der Peachbottom⸗— Eisenbahn, zählt (1880) 13940 E. und hat Wagen⸗, Maschinen⸗, Schuh⸗, Streichhölzchen-und andere Fabriken und große Papiermühlen.