Zehen (Fußzehen, digiti pedum) nennt man die den Fingern der Hand (s. d.) entsprechenden Endglieder der Füße. Beim Menschen sind deren fünf, von denen jede von drei, nur die an der innern Seite des Fußes gelegene große Zehe (hallux) von zwei, unter sich und mit den Mittelfußknochen durch bewegliche Gelenke verbundenen Knochen gebildet wird, welche indessen bedeutend kürzer als die der Finger sind. (S. die Tafel: «Skelett des Menscheno, Fig. I, 55; Fig. II, 47.) Die die Z. bewegenden Muskeln setzen sich teils an den übrigen Knochen des Fußes, teils an den Unterschenkelknochen an, und ihre Haut ist dicker und weniger Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XVI. nervenreich als die der Finger, am äußersten Gliede aber ebenfalls mit einem Nagel (s. d.) bedeckt. Beim Stehen, Gehen, Laufen und Springen leisten die Z. wesentliche Dienste, indem sie beim Stehen die Fläche, auf welcher der Körper ruht, breiter und dadurch das Stehen sicherer machen, beim Gehen aber zur Erhebung des Fußes und somit des ganzen Körpers beitragen. Beharrliche, meist durch Notwendigkeit gebotene Übung kann auch den Z. eine Geschicklichkeit geben, die denen der Finger nahe kommt, während sie bei den meisten Menschen durch unzweckmäßige Fußbekleidung in der Ausübung ihrer Verrichtungen gehemmt werden, verkümmern oder regelwidrige Stellungen annehmen. Da die große Zehe keine so große Beweglichkeit wie der Daumen besitzt, namentlich sich nicht den übrigen Z. so gegenüberstellen kann wie der Daumen den Fingern der Hand, so können die Füße niemals die Hände vollständig ersetzen. Mechan. Verletzungen der Z. verursachen öfter als die anderer Teile schwere Erkrankungen, weshalb bei der Entfernung der sich oft an ihnen bildenden Hühneraugen mit Vorsicht zu verfahren ist. Außerdem sind die Z. dem Erfrieren sehr ausgesetzt, sowie auch der Brand der Greise bei ihnen beginnt und die Gicht (s. d.)oft in der großen Zehe ihre Gegenwart zuerst ankündigt. Während bei den Affen, welche allein Nägel auf den Fingern und Z. besitzen, die Füße in Geschicklichkeit den Händen gleichkommen, findet bei den meisten vierfüßigen Tieren das Gegenteil statt, und die Vorderfüße haben keine Finger, sondern auch Z. Diese sind in verschiedener Anzahl vorhanden und bei den Einhufern, dem Pferde, dem Clefanten, von einem einzigen aus Hornsubstanz bestehenden Hufe, welcher die Nägel ersetzt, bei den Wiederkäuern, von zwei und bei den Vielhufern von drei, vier oder fünf Hufen oder Klauen umgeben. Bei den Fleischfressern und Nagern liegen sie frei und haben statt der Nägel Krallen, welche beim Gehen eingezogen sind, beim Ergreifen eines Gegenstandes aber durch einen Muskelapparat vorgestreckt werden. Viele Säugetiere gehen nur auf den Z.; ihre Anwendung ist überhaupt nach Maßgabe ihrer Lebensart eine sehr verschiedene. Bei den fischartigen Säugetieren sind sie in den Flossen verwachsen. Die Vögel besitzen meist vier Z., von denen drei nach vorn, eine nach hinten gerichtet ist und die meist in Krallen ausgehen; nur einige Sumpfvögel besitzen drei, die straußartigen zwei. Die Amphibien haben nicht durchgängig 3., und diese sind, wie auch bei einigen Gattungen der Säugetiere und Vögel, durch Schwimmhaut verbunden. Die niedriger stehenden Tiere haben keine Z.